DER GROSSE KAFFEEBOHNEN-TEST: WIE SIE WIRKLICH DIE BESTEN BOHNEN FINDEN

Sie suchen die besten Kaffeebohnen und stoßen dabei zwangsläufig auf Kaffeebohnen-Tests — von der Stiftung Warentest bis zu unzähligen Vergleichsportalen. Solche Tests sind ein guter Startpunkt, aber sie beantworten nicht die eigentliche Frage: Welche Bohne schmeckt Ihnen am besten? Denn die meisten großen Tests vergleichen vor allem Industriekaffee aus dem Supermarkt — und blenden genau das aus, was eine wirklich gute Tasse ausmacht. 

In diesem Beitrag schaue ich ehrlich hinter die Kulissen der Kaffeebohnen-Tests. Sie erfahren, was in einem Test wirklich geprüft wird, wie das professionelle Cupping-Verfahren funktioniert, was die bekannten Testsieger taugen — und vor allem, wie Sie selbst die besten Bohnen für Ihren Geschmack finden. Viel Spaß bei der Lektüre!

Auf einen Blick:

  • Ein professioneller Kaffeebohnen-Test prüft Sensorik, Schadstoffe, Verpackung, Deklaration sowie Röstgrad, pH-Wert, Säuregrad, Koffein- und Wassergehalt.
  • Die professionelle Verkostungsmethode heißt Cupping: gemahlener Kaffee wird aufgegossen, die Kruste gebrochen, der abgekühlte Kaffee geschlürft und nach Aroma, Körper, Säure und Nachgeschmack bewertet.
  • Große Tests wie der von Stiftung Warentest vergleichen überwiegend Industriekaffee. Discounter-Bohnen für rund 10 bis 18 Euro pro Kilogramm landen dort regelmäßig auf den Spitzenplätzen — der Vergleichsmaßstab ist Massenware, nicht handwerklicher Qualitätskaffee.
  • Billiger Kaffee wird meist maschinell geerntet, wodurch viele unreife Kirschen in die Charge geraten, und schnell heißluftgeröstet statt langsam in der Trommel. Beides kostet Aroma.
  • Welche Kaffeebohnen die besten sind, lässt sich nicht allgemein beantworten — es hängt vom persönlichen Geschmack, der Zubereitungsart und der Maschine ab. Der verlässlichste Test ist der eigene.

LESEZEIT: 9 Minuten

Inhaltsverzeichnis:

  1. Kaffeebohnen-Test — was wird eigentlich getestet?
  2. Wie Kaffee professionell verkostet wird: das Cupping
  3. Was die bekannten Testsieger wirklich aussagen
  4. Espressobohnen im Test
  5. Caffè-Crema-Bohnen für Vollautomaten im Test
  6. Discounter-Bohnen: Warum sie so gut abschneiden
  7. Meine persönlichen Favoriten
  8. Der beste Test ist der eigene
  9. Fazit: Kaffeebohnen im Test
  10. FAQs

1) Kaffeebohnen-Test — was wird eigentlich getestet? Walter Gefäll bei der Sortimentsverkostung mit Michael Eckl — Bohnen in Cupping-Schalen vor mehreren Espresso-Packungen zur Geschmacksprofil-Schärfung

Ein Kaffeebohnen-Test ist die systematische Untersuchung von Kaffeebohnen anhand fester Kriterien — von der Sensorik über Schadstoffe bis zu chemischen Messwerten. Der beste Kaffee entsteht nicht erst in der Tasse, sondern bereits auf der Plantage, bei der Ernte, der Aufbereitung und der Röstung. Ein guter Test versucht, all diese Stufen am Endprodukt sichtbar zu machen. 

An erster Stelle steht die Sensorik. Geschulte Prüfer bewerten Aussehen, Geruch, Geschmack, Mundgefühl und Nachgeschmack der Bohne anhand abgestufter Intensitätsskalen. Die Sensorik ist das Herzstück jedes Tests — sie bildet das ab, was am Ende wirklich in der Tasse ankommt. 

Daneben werden die Bohnen auf Schadstoffe geprüft — auf bedenkliche Stoffe wie Schwermetalle, Acrylamid oder Furan. Die Nutzerfreundlichkeit der Verpackung (Material, Öffnungs- und Verschlussmechanismus, Recycling) und die Transparenz der Deklaration — also ob die Verpackungsangaben vollständig und korrekt sind, inklusive Zubereitungs- und Lagerungshinweisen — fließen ebenfalls ein. Zu guter Letzt analysieren Labore objektive Messwerte: Röstgrad, pH-Wert, Säuregrad sowie Koffein- und Wassergehalt. 

Diese Kriterien sind sinnvoll und sauber gemessen. Was ein Standard-Test aber kaum erfasst, ist das, worauf es Qualitätstrinkern ankommt: die Reife der geernteten Kirschen, die Sorgfalt der Röstung und die Fairness gegenüber den Kaffeebauern. Genau diese Faktoren entscheiden über den Unterschied zwischen einer trinkbaren und einer herausragenden Tasse — und dazu später mehr. 

2) Wie Kaffee professionell verkostet wird: das Cupping

Cupping ist das international standardisierte Verfahren zur professionellen Verkostung und Bewertung von Kaffee. Der Name kommt vom englischen „cup" — Tasse. Das Verfahren sorgt dafür, dass jeder Kaffee unter exakt gleichen Bedingungen beurteilt wird, sodass die Ergebnisse vergleichbar sind. Wer einen seriösen Kaffeebohnen-Test liest, liest immer ein Cupping-Ergebnis. 

Der Ablauf ist genau festgelegt. Zuerst werden die gerösteten Bohnen grob gemahlen, und eine festgelegte Menge Kaffeemehl kommt in jede Tasse. Anschließend wird mit heißem Wasser aufgegossen. Nach rund vier Minuten wird die sogenannte „Kruste" — das an der Oberfläche schwimmende Kaffeemehl — mit einem Löffel „gebrochen". Danach werden die Reste der Kruste mit zwei Löffeln abgeschöpft. 

Nach einer kurzen Abkühlphase beginnt die eigentliche Verkostung. Dabei wird nicht getrunken, sondern geschlürft — je lauter, desto besser. Durch das Schlürfen wird der Kaffee fein vernebelt und verteilt sich über den gesamten Gaumen, sodass die Prüfer alle Aromanoten herausschmecken. Zwischen jedem Schritt wird ausgiebig gerochen: Die ganze Bohne riecht anders als das Mehl, das frisch aufgegossene Pulver anders als der abgekühlte Kaffee. 

Bewertet werden Eigenschaften wie Aroma, Körper, Säure, Süße, Balance und Nachgeschmack. Wichtig dabei: Die Prüfer notieren ihre Eindrücke unabhängig voneinander, oft ohne zu wissen, welche Marke gerade in der Tasse ist. Dieses sogenannte Blindverkosten verhindert, dass der Name einer Marke das Urteil beeinflusst — nur so wird ein Test wirklich aussagekräftig. 

Auch bei uns im Kaffee-eShop ist Cupping kein reines Labor-Ritual, sondern fester Bestandteil unseres Alltags. Bevor eine Mischung in unser Sortiment kommt, wird sie verkostet — oft direkt bei den Röstereien. Ich reise regelmäßig selbst zu unseren Partnern in Italien und verkoste gemeinsam mit den Röstern, um Geschmacksprofile genau abzustimmen. Diese praktische Erfahrung schlägt jede Tabelle: Eine Bohne im direkten Vergleich zu schmecken, sagt mehr aus als jede Punktwertung. Wer tiefer einsteigen möchte, wie Bohnen-Herkunft und Sorte den Geschmack prägen, findet das im Beitrag über Arabica und Robusta sowie in der Übersicht der wichtigsten Kaffeesorten

3) Was die bekannten Testsieger wirklich aussagen

Die bekannten Kaffeebohnen-Tests sind mit Vorsicht zu genießen — nicht weil sie schlecht gemacht wären, sondern weil sie fast ausschließlich Industriekaffee miteinander vergleichen. Der bekannteste Test im deutschsprachigen Raum, der der Stiftung Warentest, untersuchte zum Beispiel 21 Sorten ganzer Bohnen — 6 Espresso- und 15 Caffè-Crema-Röstungen, überwiegend bekannte Supermarktmarken und Discounter-Eigenmarken. 

Das ist der Kern des Problems. Solche Tests beantworten die Frage „Welcher Billigkaffee ist besser als der andere Billigkaffee?" — und das durchaus zuverlässig. Wer nur ein paar Euro ausgeben möchte, für den ist diese Information echtes Geld wert. Aber Qualitätskaffee spielt in einer ganz anderen Liga und taucht in diesen Tests schlicht nicht auf. Es ist ein bisschen wie bei Autos: Die üblichen Kaffeebohnen-Tests vergleichen die solide Mittelklasse — handwerklicher Qualitätskaffee dagegen ist die Manufaktur-Liga. Wer sich eine gute Maschine anschafft und sich überhaupt die Mühe macht, Kaffee zu recherchieren, hat in aller Regel einen Anspruch, den eine Discounter-Bohne aus dem 10- bis 18-Euro-Segment nicht erfüllen kann. 

Dazu kommt ein methodisches Detail, das selten erwähnt wird: Ein Test bewertet immer nur die Charge, die getestet wurde. Kaffee ist ein Naturprodukt — Ernte, Jahrgang und Mischung verändern sich. Ein Testsieger von vor zwei Jahren muss heute nicht mehr dasselbe Profil in der Tasse haben. Genau deshalb ist es sinnvoller, sich an einem verlässlichen Röster zu orientieren als an einer einzelnen Testnote. Eine gute Orientierung bietet auch unser Überblicksbeitrag bester Kaffee

4) Espressobohnen im Test

Espressobohnen sind Kaffeebohnen, die länger und dunkler geröstet werden, damit sie sich für die Zubereitung unter hohem Druck eignen. Sie enthalten durch die längere Röstung weniger Säure und gelten als bekömmlicher als hell geröstete Bohnen. Die meisten Espressobohnen im Handel sind eine Mischung aus Arabica und Robusta — die genaue Zusammensetzung prägt Körper, Crema und Geschmacksrichtung. 

Bei den großen Tests landen im Espresso-Segment regelmäßig italienische Massenmarken vorne — Mischungen von Lavazza, Segafredo oder Eduscho. Das sind ordentliche, durchweg trinkbare Industriekaffees. Aber es sind Massenröstungen, hergestellt für Konstanz und niedrige Kosten, nicht für sensorische Tiefe. Wer einmal einen handwerklich trommelgerösteten Espresso im direkten Vergleich getrunken hat, schmeckt den Unterschied sofort. 

Aus dem Bereich echter italienischer Qualitätsröstung empfehle ich für Espresso-Fans zum Beispiel den Jolly Espresso Crema (1000 g) aus 12 verschiedenen Arabica-Sorten — die Bohnen der Rösterei Jolly werden je nach Herkunft einzeln geröstet und ergeben einen kräftigen, aromatischen Espresso. Wer es noch kräftiger mag, greift zu einer Mischung mit höherem Robusta-Anteil. Welche Bohne am Ende zu Ihnen passt, hängt stark von der Zubereitung ab — für die Siebträgermaschine gelten andere Anforderungen als für den Vollautomaten. 

5) Caffè-Crema-Bohnen für Vollautomaten im Test

Caffè-Crema-Bohnen sind in der Regel etwas heller geröstete Bohnen, die für die Zubereitung im Kaffeevollautomaten optimiert sind. Meistens handelt es sich um einen hohen Arabica-Anteil. Caffè Crema ist ein längerer Kaffee als der Espresso — mehr Wasser, mildere Extraktion — und genau das macht ihn zum Standardgetränk vieler Vollautomaten-Besitzer. 

In den großen Tests schneidet bei Caffè Crema oft eine günstige Discounter-Bohne als Massenqualitäts-Sieger ab. Das überrascht viele Leser — und führt direkt zur Frage des nächsten Kapitels, warum das so ist. Für echten Qualitätskaffee im Vollautomaten lohnt sich der Blick auf handwerkliche Mischungen. Ein hervorragendes Beispiel ist der Diemme Espresso Miscela Oro (1000 g) mit 100 % Arabica — die Bohnen der Rösterei Diemme aus Padua werden besonders langsam geröstet und ergeben einen sanften, ausgewogenen Kaffee, der im Vollautomaten ebenso funktioniert wie in der French Press. Eine ausführliche Sortenberatung für diese Maschinengattung bietet unser Beitrag zu den besten Kaffeebohnen für Vollautomaten

6) Discounter-Bohnen: Warum sie so gut abschneiden

Dass billige Discounter-Bohnen in Kaffeebohnen-Tests häufig vordere Plätze belegen, liegt nicht an versteckter Spitzenqualität, sondern an der Logik des Tests selbst. Discounter-Kaffees liegen aktuell bei rund 10 bis 18 Euro pro Kilogramm (Stand Frühjahr 2026 nach den letzten Preissenkungen bei Aldi und Lidl) — sie werden mit anderen Kaffees derselben Preisklasse verglichen, und innerhalb dieser Klasse können sie solide abschneiden. Der Maßstab ist die Massenware, nicht der handwerkliche Kaffee. 

In diesem Preisbereich ist echter Qualitätskaffee schlicht nicht herstellbar — und das hat handfeste Gründe. Billiger Kaffee wird aus wirtschaftlichen Gründen fast immer maschinell geerntet. Dabei landen viele unreife Kaffeekirschen in der Charge, weil die Maschine nicht zwischen reif und unreif unterscheidet. Unreife Kirschen haben kaum Aromen ausgebildet und schmecken sauer und bitter. 

Der zweite Grund ist die Röstung. Eine langsame, schonende Trommelröstung dauert zwischen 15 und 20 Minuten — und Zeit kostet Geld. Discounter-Kaffees in dieser Preisklasse werden deshalb meist im schnellen Heißluftverfahren in wenigen Minuten geröstet. Das ist effizient, entwickelt aber weder die Aromen noch baut es die Bitterstoffe in derselben Weise ab. Echter Qualitätskaffee kostet daher deutlich mehr — das ist kein Aufschlag, sondern der reale Preisunterschied zwischen Industrie und Handwerk. Eine erstklassige Bohne wie der La Brasiliana Marfisa (1000 g) mit 100 % Arabica — von der Rösterei La Brasiliana — oder der charaktervolle Martella Maximum Class (1000 g) liegt im Bereich von rund 28 Euro pro Kilogramm — ungefähr das Anderthalb- bis Dreifache einer Discounter-Bohne. Das ist ein deutlicher Aufschlag, aber kein Luxus: Es ist der reale Preisunterschied zwischen einer Industrieröstung in wenigen Minuten und einer handwerklichen Trommelröstung, bei der die Bohnen 15 bis 20 Minuten Zeit bekommen, ihre Aromen voll zu entwickeln. Und der Unterschied in der Tasse ist keine Geschmacks-Nuance, sondern eine komplett andere Klasse. Wer einmal direkt vergleicht, hat seinen eigenen Test gemacht. Wer unsicher ist, welche Sorte zur eigenen Maschine passt, findet im Beitrag zu bester Kaffee weitere Orientierung. 

7) Meine persönlichen Favoriten

Welche Kaffeebohnen die besten sind, hängt vom persönlichen Geschmack ab — aber ich verrate Ihnen gerne, welche Mischungen aus unserem Sortiment mich selbst überzeugen. Vielleicht ist eine dabei, die genau Ihren Geschmack trifft. Alle Empfehlungen nenne ich in der 1000-g-Variante — die beste Größe für regelmäßigen Genuss. 

  • Omkafe Diamante (1000 g): Der mit Abstand beliebteste Kaffee in unserem Shop, von der traditionsreichen Gardasee-Rösterei Omkafe. Der Omkafe Diamante besteht aus 92 % Arabica und 8 % Robusta höchster Qualität, ergibt eine feine, kompakte Crema und ein weiches, harmonisches Aroma mit Noten von Lakritze, Toast, Haselnuss und Schokolade. 
  • Martella Maximum Class (1000 g): Das italienische Familienunternehmen Martella steht für Spitzenkaffee mit Tradition. Die Maximum Class besteht aus 90 % Arabica und 10 % Robusta und überzeugt mit einem milden, ausgewogenen Geschmack, wenig Säure und einer süßen Malznote. 
  • Jolly Espresso Crema (1000 g): Eine Mischung aus 12 verschiedenen Arabica-Sorten aus aller Welt. Die Bohnen werden je nach Herkunftsort einzeln geröstet — so entsteht ein kräftiger, aromatischer Espresso, der auch im Vollautomaten brilliert. 
  • Tre Forze Espresso (1000 g): Der handgepflückte Tre Forze überzeugt mit rauchig-schokoladigem Geschmack, einer feinen Holznote, Aromen von Nüssen und Karamell und einer dichten, kompakten Crema — über Olivenholz in der Trommel geröstet. 
  • Diemme Miscela Oro (1000 g): Aus 100 % Arabica von ausgewählten Plantagen, extra langsam geröstet, damit die einzigartigen Aromen optimal zur Geltung kommen — einer der elegantesten Kaffees im Sortiment. 

Eine Beobachtung aus meinem eigenen Alltag, die gut zum Thema passt: Den Unterschied merke ich am deutlichsten, wenn ich auswärts Kaffee trinke. Ich mache das eher selten, aber wenn ich in einem Kaffeehaus oder Restaurant einen Espresso bestelle, fällt mir schlechte Qualität sofort auf. Besonders unverständlich finde ich es in wirklich guten Restaurants: Da legt man beim Essen und beim Service größten Wert auf Qualität — und zum Abschluss bekommt man dann einen Massenkaffee, der nach nichts schmeckt. Dabei ist der Kaffee der letzte Kontaktpunkt mit dem Gast. Mit ihm bleibt ein Restaurant in guter oder in mittelmäßiger Erinnerung. 

Das Gleiche höre ich oft von meinen Kunden. Wer einmal auf guten Kaffee umgestiegen ist, wird selektiver — und kann an vielen Orten kaum noch Kaffee trinken. Den Unterschied beim Umstieg empfinden viele zunächst gar nicht als dramatisch. Aber sobald ihnen später wieder ein Supermarktkaffee vorgesetzt wird, merken sie erst, wie weit die Qualität auseinanderliegt. Mit der neuen Erfahrung geht man eben bewusster vor — was einem früher egal war, fällt plötzlich auf. Genau deshalb ist der eigene Geschmackssinn der ehrlichste Test, den es gibt. 

8) Der beste Test ist der eigene

Der verlässlichste Kaffeebohnen-Test ist und bleibt der, den Sie selbst durchführen — denn Geschmack ist individuell und lässt sich nicht in eine einzige Testnote pressen. Ob eine Bohne für Sie die beste ist, hängt von Ihrem Geschmack, Ihrer Maschine und Ihrer bevorzugten Zubereitungsart ab. Ein paar praktische Hinweise helfen beim eigenen Verkosten. 

Achten Sie zuerst auf den richtigen Mahlgrad — er ist der häufigste Grund, warum guter Kaffee zu Hause enttäuscht. Eine zu fein gemahlene Bohne wird bitter, eine zu grobe wässrig und sauer. Probieren Sie eine neue Sorte über mehrere Tage, nicht nur einmal: Frisch geöffneter Kaffee entwickelt sein Aroma erst nach einigen Tagen voll. Und vergleichen Sie immer direkt — zwei Sorten am selben Tag, mit derselben Maschine, derselben Tasse. Erst der direkte Vergleich macht Unterschiede wirklich schmeckbar. 

Wer nicht weiß, wo er anfangen soll, muss sich nicht gleich auf eine 1000-g-Packung festlegen — mehrere Sorten in kleineren Mengen eignen sich besser für den systematischen Direktvergleich. Eine gute Orientierung gibt auch unsere Übersicht zum italienischen Kaffee, die zeigt, wie unterschiedlich italienische Röstregionen schmecken. Wer eine Siebträgermaschine besitzt, findet im Beitrag zum Siebträger-Kaffee eine passende Sortenberatung. 

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9) Fazit: Kaffeebohnen im Test Trommelröster bei der Rösterei Jolly Café in Florenz — Kaffeebohnen während des langsamen handwerklichen Röstvorgangs, eigene Aufnahme aus der Rösterei

Kaffeebohnen-Tests sind nützlich, wenn man weiß, was sie messen — und was nicht. Sie vergleichen vor allem Industriekaffee zuverlässig untereinander. Was sie nicht zeigen, ist der Unterschied zu echtem, traditionell in der Trommel geröstetem Qualitätskaffee — bei der Reife der Bohnen, beim Schadstoffgehalt, bei der Fairness gegenüber den Kaffeebauern, bei Transparenz und Nachhaltigkeit. 

Wer guten Kaffee trinken möchte, sollte sich von Tests, die ausschließlich Billigkaffees vergleichen, nicht den Maßstab vorgeben lassen. Der Aufpreis für echten Qualitätskaffee ist real, aber er lohnt sich — der Unterschied liegt nicht in der Nuance, sondern in einer komplett anderen Liga. Jetzt liegt es an Ihnen: Kosten Sie sich durch und finden Sie den perfekten Kaffee für Ihren Geschmack. Eine Auswahl meiner Lieblinge finden Sie unter Meine persönlichen Favoriten, das volle Sortiment im Bereich Espressokaffee. Buon caffè! 

10) FAQs zum Kaffeebohnen-Test

Welche Kaffeebohnen sind die besten?

Welche Kaffeebohnen die besten sind, hängt vom persönlichen Geschmack, der Zubereitungsart und der Maschine ab. Verschiedene Sorten und Röstungen bieten unterschiedliche Geschmacksprofile — von mild und ausgewogen bis kräftig und schokoladig. Statt sich auf eine einzelne Testnote zu verlassen, ist es sinnvoller, sich an einem verlässlichen handwerklichen Röster zu orientieren und mehrere Sorten selbst zu verkosten. 

Welche Eigenschaften werden bei einem Kaffeebohnen-Test geprüft?

Ein professioneller Kaffeebohnen-Test prüft Sensorik (Aussehen, Geruch, Geschmack, Mundgefühl, Nachgeschmack), Schadstoffe (etwa Schwermetalle, Acrylamid, Furan), Nutzerfreundlichkeit der Verpackung sowie Transparenz und Deklaration. Hinzu kommen objektive Laborwerte wie Röstgrad, pH-Wert, Säuregrad, Koffein- und Wassergehalt. Aspekte wie die Reife der Kirschen oder die Fairness gegenüber Kaffeebauern erfassen Standardtests dagegen kaum. 

Wie werden Kaffeebohnen getestet?

Die professionelle Verkostung heißt Cupping. Dabei werden die Bohnen grob gemahlen, in gleicher Menge in Tassen verteilt und mit heißem Wasser aufgegossen. Nach rund vier Minuten wird die an der Oberfläche schwimmende „Kruste" mit einem Löffel gebrochen und abgeschöpft. Nach dem Abkühlen wird der Kaffee geschlürft — dadurch verteilt er sich über den ganzen Gaumen — und nach Aroma, Körper, Säure, Süße, Balance und Nachgeschmack bewertet. 

Warum schneiden Discounter-Bohnen in Tests oft gut ab?

Discounter-Bohnen werden in den großen Tests mit anderen Kaffees derselben Preisklasse verglichen — der Maßstab ist Massenware, nicht handwerklicher Qualitätskaffee. Innerhalb dieser Klasse können günstige Bohnen durchaus solide abschneiden. Für rund 10 bis 18 Euro pro Kilogramm (Stand Frühjahr 2026) ist echter Qualitätskaffee aber nicht herstellbar: Billiger Kaffee wird meist maschinell geerntet (viele unreife Kirschen) und schnell heißluftgeröstet statt langsam in der Trommel. 

Portrait Author

WALTER GEFÄLL

Kaffee-Experte und Inhaber von Kaffee-eShop, 23. Mai 2026 

von Walter Gefäll - 4 Oct, 2023

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