Über 200 Fachbegriffe rund um Kaffee – von Anbau über Röstung bis zur Zubereitung. Egal ob Sie gerade erst anfangen, sich für guten Kaffee zu interessieren, oder ob Sie schon ein erfahrener Kaffeetrinker sind: In diesem umfassenden Glossar finden Sie alle wichtigen Begriffe verständlich erklärt – mit praktischen Tipps, häufigen Fehlern und weiterführenden Links.
LESEZEIT: Nachschlagewerk · Über 200 Begriffe · Laufend aktualisiert
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- Anbau & Herkunft – Arabica, Robusta, Varietäten, Kaffeegürtel, Höhenlage
- Aufbereitung & Verarbeitung – Washed, Natural, Honey, Fermentation
- Röstung – Röstgrade, First Crack, Röstprofil, Maillard-Reaktion
- Zubereitung & Brühmethoden – Espresso, Pour-Over, French Press, Cold Brew
- Sensorik & Geschmack – Säure, Körper, Crema, Cupping, Flavor Wheel
- Maschinen & Geräte – Siebträger, Mühlen, Vollautomat, Moka-Kanne
- Chemie & Inhaltsstoffe – Koffein, Extraktion, Chlorogensäure, Entkoffeinierung
- Handel & Zertifizierungen – Specialty Coffee, Single Origin, Fair Trade, SCA
- Kaffeekultur & Getränke – Cappuccino, Flat White, Latte Art, Third Wave
- Alle Begriffe von A bis Z – Alphabetisches Register
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1) Anbau & Herkunft
Arabica (Coffea arabica)
Was ist Arabica? Arabica ist die meistangebaute Kaffeespezies weltweit und macht ca. 60 % der globalen Kaffeeproduktion aus. Sie wächst in Höhenlagen von 600 bis 2.200 Metern und zeichnet sich durch ein komplexes Aromaprofil mit feiner Säure und ca. 1,2 % Koffeingehalt aus.
Einfach erklärt: Wenn Sie im Supermarkt oder bei uns im Shop „100 % Arabica" auf der Verpackung lesen, bedeutet das: Dieser Kaffee besteht ausschließlich aus Bohnen der Arabica-Pflanze. Arabica gilt als die edlere der beiden Hauptkaffeesorten und bietet mehr Geschmacksvielfalt als Robusta.
Worauf kommt es an? Nicht jeder Arabica ist automatisch gut. Die Qualität hängt ab von der Varietät (z. B. Bourbon, Geisha, Typica), der Höhenlage, der Aufbereitung und natürlich der Röstung. Generell gilt: Je höher der Anbau, desto komplexer die Aromen.
Häufige Fehler: Viele Kaffeetrinker glauben, „100 % Arabica" sei automatisch ein Qualitätsmerkmal. Das stimmt so nicht – es gibt hervorragenden und minderwertigen Arabica. Entscheidend sind Anbau, Verarbeitung und Röstung. Ein guter Blend mit Robusta-Anteil kann besser schmecken als ein schlechter 100-%-Arabica.
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Siehe auch: Robusta · Liberica · Varietät · Höhenlage · Kaffeegürtel
Robusta (Coffea canephora)
Was ist Robusta? Robusta ist die zweitwichtigste Kaffeespezies mit ca. 40 % der Weltproduktion. Sie wächst in tieferen Lagen (0–800 m), ist resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge und enthält mit ca. 2,2 % doppelt so viel Koffein wie Arabica.
Einfach erklärt: Robusta hat einen kräftigeren, erdigeren und bittereren Geschmack als Arabica. In italienischen Espressomischungen wird Robusta gezielt eingesetzt, um eine dickere Crema und mehr Körper zu erzeugen. Hauptanbauländer: Vietnam, Brasilien, Indonesien.
Worauf kommt es an? Bei Espressomischungen ist der Robusta-Anteil oft der Schlüssel: 10–30 % Robusta geben dem Espresso eine stabile, dichte Crema und einen kräftigen Körper. Zu viel Robusta (über 40 %) kann jedoch zu übermäßiger Bitterkeit führen. Die Qualität variiert stark – hochwertiger Robusta aus Indien oder Uganda kann überraschend gut sein.
Häufige Fehler: Robusta wird oft pauschal als „minderwertig" abgestempelt. Das ist zu einfach: Für einen authentisch süditalienischen Espresso ist guter Robusta unverzichtbar. Entscheidend ist die Qualität der Bohnen und der Röstung, nicht die Spezies allein.
Probieren Sie z. B. den Barbera Kaffee Espresso Mago mit 30 % Robusta-Anteil.
Siehe auch: Arabica · Crema · Blend · Espresso
Liberica (Coffea liberica)
Dritte kommerziell relevante Kaffeespezies (unter 2 % Weltproduktion). Große, asymmetrische Bohnen mit holzigem, rauchigem Geschmack. Hauptanbau: Philippinen und Malaysia.
Anbauregion (Origin, Terroir)
Geografisches Gebiet, in dem Kaffee kultiviert wird, beschränkt auf den Kaffeegürtel. Klima, Boden, Höhenlage und Mikroklima prägen das Geschmacksprofil – analog zum Terroir-Konzept im Weinbau.
Siehe auch: Terroir · Kaffeegürtel · Höhenlage · Single Origin
Bohne (Coffee Bean)
Botanisch keine Bohne, sondern der Samen der Kaffeekirsche. Jede Kirsche enthält meist zwei Samen (Flachbohnen). Sonderform: Peaberry – nur ein Samen pro Kirsche. Nach der Aufbereitung wird der Rohkaffee als Grüne Bohne gehandelt.
Siehe auch: Kaffeekirsche · Peaberry · Grüner Kaffee
Bourbon
Klassische Arabica-Varietät, benannt nach der Insel Réunion (ehemals Île Bourbon). Geschätzt für Süße und ausgewogenes Profil. Relativ ertragsschwach und anfällig für Kaffeerost. Untervarietäten: Yellow Bourbon (Brasilien) und Pink Bourbon (Kolumbien).
Siehe auch: Typica · Caturra · Yellow Bourbon · Varietät
Caturra
Natürliche Mutation der Bourbon-Varietät, entdeckt in Brasilien um 1937. Kompakter Wuchs, hoher Ertrag, gute Tassenqualität. Weit verbreitet in Mittel- und Südamerika. Anfällig für Kaffeerost.
Siehe auch: Bourbon · Catuaí · Castillo
Catuaí
Kreuzung aus Caturra und Mundo Novo. Robust, ertragreich, gute Tassenqualität. Weit verbreitet in Brasilien, Honduras und Costa Rica.
Siehe auch: Caturra · Mundo Novo · Varietät
Castillo
In Kolumbien von Cenicafé entwickelte Varietät mit Resistenz gegen Kaffeerost. Kreuzung aus Caturra und dem Timor Hybrid. Hat sich in neueren Cupping-Vergleichen als durchaus hochwertig erwiesen.
Siehe auch: Catimor · Timor Hybrid · Kaffeerost
Catimor
Kreuzung aus Caturra und Timor Hybrid. Hohe Resistenz gegen Kaffeerost bei kompaktem Wuchs und hohem Ertrag. Tassenqualität variiert stark – bei sorgfältiger Aufbereitung durchaus hochwertig.
Siehe auch: Castillo · Sarchimor · Timor Hybrid
Sarchimor
Kreuzung aus Villa Sarchi und Timor Hybrid. Auf Krankheitsresistenz gezüchtet, verbreitet in Mittelamerika und Asien. Moderne Varianten erreichen zunehmend gute Cupping-Scores.
Siehe auch: Catimor · Castillo
Ernte (Harvest)
Kaffeekirschen werden geerntet, wenn sie voll ausgereift sind (tiefrot). Methoden: Selective Picking (Handpflückung nur reifer Kirschen, qualitativ überlegen) und Strip Picking (alle Kirschen auf einmal).
Siehe auch: Kaffeekirsche · Strip Picking · Aufbereitung
Geisha (Gesha)
Was ist Geisha? Hochgeschätzte Arabica-Varietät, ursprünglich aus dem Gesha-Distrikt in Äthiopien. Weltberühmt durch die Hacienda La Esmeralda (Panama, 2004). Erzielt auf Auktionen Rekordpreise über 2.000 USD/kg.
Einfach erklärt: Geisha ist so etwas wie der Grand Cru unter den Kaffeesorten. Ihr unverwechselbares Geschmacksprofil – blumig, jasmin- und bergamotteartig – unterscheidet sich grundlegend von allen anderen Varietäten. Wer einmal einen guten Geisha getrunken hat, vergisst das nicht.
Worauf kommt es an? Geisha braucht eine helle bis mittlere Röstung, um ihre floralen Noten zu erhalten. Als Filterkaffee zubereitet (z. B. V60) kommen die Aromen am besten zur Geltung.
Siehe auch: Arabica · Specialty Coffee · Single Origin · Cup of Excellence
Höhenlage (Altitude, masl)
Was bedeutet Höhenlage bei Kaffee? Anbau in 1.200–2.200 m Höhe verlangsamt das Wachstum der Kaffeekirsche. Die Bohnen werden dichter, entwickeln mehr Zucker und komplexere Säuren.
Einfach erklärt: Stellen Sie sich vor, eine Tomate reift langsam am Strauch statt im Treibhaus – sie entwickelt mehr Geschmack. Genauso ist es beim Kaffee: Kühlere Nachttemperaturen in der Höhe verlangsamen die Reifung, und die Bohne hat mehr Zeit, komplexe Aromen zu bilden.
Worauf kommt es an? Die Angabe „masl" (meters above sea level) auf der Packung ist ein guter Qualitätsindikator: Über 1.400 masl = SHB (Strictly Hard Bean) = dichtere Bohne = tendenziell besserer Kaffee. Aber Höhenlage allein garantiert keine Qualität – Terroir, Varietät und Aufbereitung spielen ebenso eine Rolle.
Siehe auch: Terroir · Anbauregion · Kaffeegürtel · Säure
Kaffeeblüte (Coffee Blossom)
Weiße, jasminduftende Blüte der Kaffeepflanze. Blüht nur wenige Tage nach dem ersten Regen. Aus der bestäubten Blüte entwickelt sich über 6–9 Monate die Kaffeekirsche.
Siehe auch: Kaffeekirsche · Ernte
Kaffeegürtel (Coffee Belt, Bean Belt)
Geografische Zone zwischen 23°N und 23°S (Wendekreise), in der Kaffee kommerziell angebaut wird. Umfasst ca. 70 Länder in Mittel-/Südamerika, Afrika, Asien und Ozeanien. Voraussetzungen: tropisches Klima, keine Fröste, ausreichend Niederschlag.
Siehe auch: Anbauregion · Terroir · Höhenlage
Kaffeekirsche (Coffee Cherry)
Die Frucht des Kaffeebaums. Bei Reife meist tiefrot (Ausnahme: Yellow Bourbon). Enthält in der Regel zwei Samen (Bohnen), umgeben von Haut, Fruchtfleisch, Mucilage, Pergamenthaut und Silberhäutchen.
Siehe auch: Bohne · Cascara · Aufbereitung
Kaffeerost (Roya, Hemileia vastatrix)
Pilzkrankheit, die Kaffeeblätter befällt. Orangefarbene Pusteln auf der Blattunterseite. Kann ganze Ernten zerstören (Mittelamerika-Krise 2012/13). Gegenmaßnahmen: resistente Varietäten (Castillo, Catimor), Fungizide, Anbaumanagement.
Siehe auch: Castillo · Catimor · Shade Grown
Maragogype
Natürliche Mutation der Typica-Varietät. Auch „Elefantenbohne" genannt, da die Bohnen deutlich größer als normal sind. Milder, weicher Geschmack mit geringer Säure.
Mundo Novo
Natürliche Kreuzung aus Typica und Bourbon, entdeckt in Brasilien in den 1940ern. Robust, ertragreich, gute Tassenqualität. Elternteil der Catuaí-Varietät.
Siehe auch: Typica · Bourbon · Catuaí
Pacamara
Kreuzung aus Pacas und Maragogype, entwickelt in El Salvador. Große Bohnen, komplexes Profil mit Zitrus-, floralen und schokoladigen Noten. Zunehmend in der Specialty-Szene geschätzt.
Siehe auch: Maragogype · Varietät · Cup of Excellence
Peaberry (Caracolito, Perlbohne)
Natürliche Mutation: nur ein Samen statt zwei pro Kaffeekirsche. Die Bohne ist rund statt flach. Macht ca. 5 % einer Ernte aus. Wird oft separat sortiert und vermarktet, da manche Kenner von konzentrierterem Aroma berichten.
Siehe auch: Bohne · Kaffeekirsche
Shade Grown (Schattenanbau)
Anbau unter Schattenbäumen (ursprüngliche Wuchsform). Vorteile: langsamere Reifung, mehr Zucker, komplexere Aromen, Biodiversität, CO₂-Bindung. Gegenteil: Sun Grown – ertragreicher, aber ökologisch problematischer.
Siehe auch: Bird Friendly · Bio · Terroir
SL28
In den 1930ern in Kenia selektierte Arabica-Varietät. Berühmt für brillante Zitrus- und Beerensäure, volle Süße und Komplexität. Anfällig für Kaffeerost, aber sensorisch eine der besten Varietäten weltweit.
Siehe auch: SL34 · Varietät · Säure
SL34
Wie SL28 in Kenia selektiert. Ähnlich hohe Tassenqualität mit kräftiger Frucht, komplexer Säure und cremigem Körper. Etwas trockenheitsresistenter als SL28.
Stripping (Strip Picking)
Erntemethode: alle Kirschen eines Zweigs werden auf einmal abgestreift – unreife, reife und überreife zusammen. Schneller und günstiger als Selective Picking, aber qualitativ minderwertig.
Siehe auch: Ernte · Kaffeekirsche
Terroir
Aus dem Weinbau übernommener Begriff für das Zusammenspiel aus Boden, Klima, Höhenlage, Niederschlag und Mikroklima. Gleiche Varietät, verschiedenes Terroir = unterschiedlicher Geschmack.
Siehe auch: Anbauregion · Höhenlage · Single Origin
Timor Hybrid (Hibrido de Timor)
Natürliche Kreuzung aus Arabica und Robusta, entdeckt auf Timor in den 1920ern. Basis für Catimor, Sarchimor, Castillo und andere resistente Varietäten.
Siehe auch: Catimor · Castillo · Kaffeerost
Typica
Älteste und genetisch ursprünglichste Arabica-Varietät. Stammform fast aller anderen Arabica-Varietäten. Niedriger Ertrag, aber exzellente Tassenqualität: elegant, süß, komplex. Spitzenvarianten: Blue Mountain (Jamaika), Kona (Hawaii).
Siehe auch: Bourbon · Varietät · Maragogype
Varietät (Variety, Cultivar)
Botanische Unterart einer Kaffeespezies. Arabica-Varietäten umfassen u. a. Typica, Bourbon, Caturra, Geisha, SL28 und Pacamara. Jede Varietät hat eigene Eigenschaften bezüglich Ertrag, Krankheitsresistenz und Geschmacksprofil.
Siehe auch: Arabica · Robusta · Terroir
Yellow Bourbon (Bourbon Amarelo)
Mutation der Bourbon-Varietät, bei der die Kirschen gelb statt rot reifen. Typisch für Brasilien. Geschätzt für ausgeprägte Süße, nussige Noten und milden Körper.
Siehe auch: Bourbon · Varietät
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2) Aufbereitung & Verarbeitung
Aufbereitung (Processing)
Was ist Aufbereitung? Sammelbegriff für alle Verfahren, mit denen die Kaffeebohne aus der Kaffeekirsche gelöst und getrocknet wird. Die Aufbereitungsmethode hat einen enormen Einfluss auf den Geschmack – mindestens ebenso stark wie Varietät oder Röstgrad.
Einfach erklärt: Nach der Ernte muss das Fruchtfleisch von der Bohne entfernt werden. WIE das passiert, verändert den Geschmack grundlegend. Es gibt drei Hauptmethoden: Washed (gewaschen – sauber, klar), Natural (trocken – fruchtig, süß) und Honey (halbgewaschen – dazwischen).
Siehe auch: Washed · Natural · Honey Process · Fermentation · Anaerobe Fermentation
Washed Process (Gewaschene Aufbereitung)
Was ist Washed? Fruchtfleisch wird mechanisch entfernt (Depulper), Mucilage durch Fermentation in Wasserbecken gelöst (12–72 h), Bohnen anschließend gewaschen und getrocknet.
Einfach erklärt: Die Bohne wird komplett „sauber gewaschen", bevor sie trocknet. Das entfernt alle Fruchtreste und lässt den reinen Charakter der Bohne durchscheinen. Ergebnis: ein klarer, definierter Geschmack mit betonter Säure. Standard in Kolumbien, Mittelamerika und Ostafrika.
Worauf kommt es an? Die Fermentationsdauer ist entscheidend: Zu kurz = Mucilage bleibt, zu lang = unangenehme Gäraromen. Gute Washing Stations kontrollieren Temperatur und pH-Wert minutiös. Washed-Kaffees eignen sich besonders gut als Filterkaffee.
Siehe auch: Natural · Honey Process · Fermentation · Wet Mill
Natural Process (Trockene Aufbereitung)
Was ist Natural? Älteste Aufbereitungsmethode: Kaffeekirschen trocknen komplett mit Fruchtfleisch auf Trockenbetten oder Patios in der Sonne (2–4 Wochen).
Einfach erklärt: Die Kirschen trocknen wie Rosinen in der Sonne. Der Zucker aus dem Fruchtfleisch zieht dabei in die Bohne ein. Ergebnis: intensiv fruchtige, süße, körperreiche Kaffees. Typisch für Äthiopien und Brasilien.
Häufige Fehler: Natural-Kaffees brauchen sorgfältige Trocknung – werden die Kirschen nicht regelmäßig gewendet, drohen Schimmelbildung und Überfermentation. Das Ergebnis wäre ein muffiger, essigartiger Geschmack. Hochwertige Naturals erkennt man an sauberer Fruchtigkeit ohne diese Fehlaromen.
Siehe auch: Washed · Honey Process · Fermentation
Honey Process (Pulped Natural)
Was ist Honey Process? Methode zwischen Washed und Natural: Die Haut wird entfernt, aber ein Teil der Mucilage bleibt an der Bohne.
Einfach erklärt: Der Name kommt nicht von Honig, sondern von der klebrigen Textur der Mucilage während der Trocknung. Je mehr Mucilage bleibt, desto süßer und körperreicher der Kaffee. Abstufungen: White Honey (wenig Mucilage) → Yellow → Red → Black Honey (viel Mucilage). Mehr Mucilage = mehr Süße und Körper.
Worauf kommt es an? Black Honey ist am arbeitsintensivsten und anfälligsten für Fehler, liefert aber die komplexesten Ergebnisse. White Honey ist sicherer und näher am Washed-Charakter. Weit verbreitet in Costa Rica und El Salvador.
Siehe auch: Washed · Natural · Mucilage · Süße
Anaerobe Fermentation
Experimentelle Aufbereitungsmethode: Kaffeekirschen fermentieren in sauerstofffreien, verschlossenen Behältern. Erzeugt ungewöhnlich intensive Aromen – oft weinig, tropisch-fruchtig. Erfordert präzise Temperatur- und pH-Kontrolle.
Siehe auch: Fermentation · Natural · Specialty Coffee
Fermentation
Kontrollierter biologischer Abbauprozess der Mucilage bei der Nassaufbereitung. Mikroorganismen zersetzen Zucker und Pektine in 12–72 Stunden. Beeinflusst Säureprofil und Aromenentwicklung. Neuer Trend: gezielte Impffermentation mit spezifischen Hefestämmen.
Siehe auch: Washed · Anaerobe Fermentation · Mucilage
Fruchtfleisch (Pulp, Cherry)
Die Kaffeekirsche besteht von außen nach innen aus: Haut, Fruchtfleisch, Mucilage, Pergamenthaut, Silberhäutchen und dem Samen (der Bohne).
Siehe auch: Kaffeekirsche · Mucilage · Pergamenthaut
Mucilage (Fruchtschleim)
Zuckerreiche, klebrige Schicht zwischen Fruchtfleisch und Pergamenthaut. Wird bei Washed durch Fermentation entfernt, bei Honey Process teilweise belassen.
Siehe auch: Honey Process · Fermentation
Parchment (Pergamenthaut)
Dünne, papierartige Hülle um die Bohne. Wird in der Dry Mill mechanisch entfernt (Hulling). Bei Washed-Kaffees wird Rohkaffee oft als „Parchment Coffee" gelagert und erst kurz vor dem Export geschält.
Siehe auch: Hulling · Dry Mill · Silberhäutchen
Silberhäutchen (Silver Skin, Chaff)
Dünne Haut direkt auf der Bohne. Löst sich beim Rösten als Chaff und wird abgesaugt. Reste sind unbedenklich.
Siehe auch: Pergamenthaut · Chaff
Hulling (Schälen)
Mechanisches Entfernen der Pergamenthaut vom getrockneten Rohkaffee in der Dry Mill. Einer der letzten Verarbeitungsschritte vor dem Export.
Siehe auch: Dry Mill · Wet Hulling
Wet Hulling (Giling Basah)
Indonesische Aufbereitungsmethode: Pergamenthaut wird bei hohem Feuchtegehalt (30–35 %) entfernt. Ergibt typisch indonesische Aromen: erdig, kräuterig, holzig, voller Körper, geringe Säure. Typisch für Sumatra und Sulawesi.
Siehe auch: Hulling · Aufbereitung
Dry Mill (Trockenmühle)
Anlage, in der Rohkaffee geschält (Hulling), nach Größe, Dichte und Farbe sortiert und für den Export vorbereitet wird. Letzte Station im Ursprungsland.
Siehe auch: Wet Mill · Hulling · Defekte
Wet Mill (Nassmühle, Washing Station)
Anlage, in der frisch geerntete Kirschen aufbereitet werden (Depulping, Fermentation, Waschen, Trocknung). In Ostafrika betreiben Kooperativen zentrale Washing Stations. Die Qualität der Wet Mill hat enormen Einfluss auf das Endprodukt.
Siehe auch: Dry Mill · Micro Mill · Washed
Micro Mill (Mikro-Aufbereitungsanlage)
Kleine, oft farm-eigene Aufbereitungsanlage. Ermöglicht individuelle Kontrolle über den gesamten Prozess. Verbreitet in Costa Rica und zunehmend in anderen Specialty-Anbauländern.
Siehe auch: Wet Mill · Micro Lot
Ageing (Kaffee-Alterung, Monsooning)
Kontrollierte Lagerung von Rohkaffee über Monate. Reduziert Säure und entwickelt erdige, holzige Noten. Bekanntestes Beispiel: Monsooned Malabar aus Indien.
Siehe auch: Grüner Kaffee · Aufbereitung
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3) Röstung
Röstgrad (Roast Level)
Was ist der Röstgrad? Die Klassifikation der Röstintensität – von hell über mittel bis dunkel. Messbar über die Agtron-Skala (95 = hellste, 25 = dunkelste Röstung).
Einfach erklärt: Der Röstgrad bestimmt grundlegend, wie Ihr Kaffee schmeckt. Helle Röstung betont den Herkunftscharakter der Bohne – fruchtiger, säurebetonter, blumiger. Dunkle Röstung betont die Röstaromen – bitterer, schokoladiger, rauchiger. Italienische Kaffees sind typischerweise mittel bis dunkel geröstet.
Worauf kommt es an? Es gibt kein „richtig" oder „falsch" – nur Vorlieben. Für Espresso eignen sich tendenziell mittlere bis dunkle Röstungen (mehr Crema, weniger Säure). Für Filterkaffee und Pour-Over eher helle bis mittlere Röstungen (mehr Nuancen, mehr Herkunftscharakter).
Häufige Fehler: „Dunkel = stark" ist ein weit verbreiteter Irrtum. Dunkle Röstungen schmecken intensiver nach Röstaromen, enthalten aber nicht mehr Koffein – tatsächlich geht beim Rösten minimal Koffein verloren. Und „hell = sauer" stimmt nur bei schlechter Röstung. Ein guter heller Kaffee hat eine angenehme, lebendige Säure, keine unangenehme.
Siehe auch: Light Roast · Medium Roast · Dark Roast · Röstprofil · First Crack
Light Roast (Helle Röstung)
Röstung bis kurz nach dem First Crack (ca. 196–205 °C). Hellbraune Farbe, keine Öle an der Oberfläche. Betont Herkunftscharakter: fruchtige Säure, blumige Noten, Komplexität. In der Specialty-Szene bevorzugt für Single Origins.
Siehe auch: Röstgrad · First Crack · Zimt-Röstung
Medium Roast (Mittlere Röstung)
Röstung zwischen First und Second Crack (ca. 210–220 °C). Balance zwischen Herkunftscharakter und Röstaromen. Nussige, schokoladige, karamellige Noten. Der vielseitigste Röstgrad.
Siehe auch: Röstgrad · Omni Roast
Dark Roast (Dunkle Röstung)
Röstung bis in oder über den Second Crack hinaus (ca. 225–245 °C). Dunkelbraun bis fast schwarz, Öle an der Oberfläche. Dominante Röstaromen: Bitterkeit, Rauch, dunkle Schokolade. Klassisch für die italienische Espresso-Tradition. Die Chlorogensäure wird stärker abgebaut – das macht dunkle Röstungen magenfreundlicher.
Siehe auch: Röstgrad · Second Crack · Espresso
Zimt-Röstung (Cinnamon Roast)
Sehr helle Röstung, knapp am First Crack. Extrem hohe Säure, kaum Röstaromen. Wird selten kommerziell angeboten.
Siehe auch: Light Roast · Röstgrad
Omni Roast
Röstprofil für Espresso und Filterkaffee zugleich. Typischerweise mittlere Röstung. In der Specialty-Szene umstritten, da beides Kompromisse erfordert.
Siehe auch: Röstgrad · Medium Roast
First Crack (Erster Crack)
Was ist der First Crack? Hörbares Knacken der Bohnen beim Rösten (ca. 196–205 °C), verursacht durch Dampfdruck, der die Zellstruktur sprengt.
Einfach erklärt: Stellen Sie sich Popcorn vor – die Bohnen „poppen" hörbar auf. Dieser Moment markiert den Übergang: Ab hier beginnt das, was wir als Kaffee-Geschmack erkennen. Helle Röstungen enden kurz danach. Dunkle Röstungen gehen weiter bis zum Second Crack.
Siehe auch: Second Crack · Röstprofil · Röstgrad
Second Crack (Zweiter Crack)
Zweites Knacken (ca. 224–230 °C). Leiser und schneller als der First Crack. Entsteht durch austretende Kaffeeöle. Markiert den Übergang in die dunkle Röstung.
Siehe auch: First Crack · Dark Roast
Röstprofil (Röstkurve)
Grafische Darstellung von Temperatur über Zeit beim Röstvorgang. Schlüsselpunkte: Turning Point, Yellow Point, First Crack, ggf. Second Crack, Drop. Röster steuern über das Profil gezielt Aromenentwicklung, Säure, Süße und Körper.
Siehe auch: Röstzeit · Rate of Rise · DTR
Röstzeit (Development Time)
Gesamtdauer: 8–14 Min. für Trommelröstung (Specialty), 90–360 Sek. für industrielle Heißluftröstung. Development Time: Zeit nach First Crack. Kurz: mehr Säure. Lang: mehr Süße und Karamellisierung.
Siehe auch: Röstprofil · DTR
Development Time Ratio (DTR)
Verhältnis der Development Time zur Gesamtröstzeit in Prozent (typisch 18–25 %). Kurzer DTR: hellere Röstung. Langer DTR: mehr Süße, weniger Säure.
Siehe auch: Röstzeit · Röstprofil
Rate of Rise (RoR)
Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs in der Rösttrommel (°C/Min.). Abfallende RoR ist das Ziel. Plötzlicher Anstieg kann Tipping oder Scorching verursachen.
Siehe auch: Röstprofil · Röstfehler
Turning Point
Punkt im Röstprofil, an dem die Bohnentemperatur den Tiefpunkt erreicht und zu steigen beginnt (ca. 90–120 °C).
Siehe auch: Röstprofil · First Crack
Maillard-Reaktion
Was ist die Maillard-Reaktion? Chemische Reaktion zwischen Aminosäuren und reduzierenden Zuckern bei Hitze (ab ca. 140 °C). Verantwortlich für Bräunung und erzeugt über 800 verschiedene Aromaverbindungen – vom Nuss- über Karamell- bis zum Brotaroma.
Einfach erklärt: Dieselbe Reaktion, die beim Brotbacken für die goldbraune Kruste sorgt und beim Steak für die Bräunung, passiert auch in der Kaffeebohne. Je länger die Maillard-Phase, desto mehr dieser Aromen entstehen.
Siehe auch: Maillard Phase · Röstprofil
Maillard Phase
Phase im Röstprozess (ca. 150–196 °C), in der die Maillard-Reaktion dominiert. Bräunung beginnt, erste Röstaromen entstehen: Nuss, Karamell, Brot, Malz.
Siehe auch: Maillard-Reaktion · First Crack
Ausgasung (Degassing)
Nach dem Rösten setzt Kaffee über Tage CO₂ frei. Frisch gerösteter Kaffee braucht 2–14 Tage Ruhezeit. Das Ventil an Kaffeetüten dient der Ausgasung.
Siehe auch: Resting · Röstdatum · Degassing Valve
Resting (Ruhezeit)
Phase nach dem Rösten. Filterkaffee: 5–10 Tage. Espresso: 7–14 Tage. Zu frisch gebrüht: ungleichmäßige Extraktion durch übermäßige Ausgasung.
Siehe auch: Ausgasung · Röstdatum
Röstdatum (Roast Date)
Wichtigster Frischeindikator. Optimales Trinkfenster: ab ca. 7 Tage nach Röstung bis ca. 4–8 Wochen. Fehlendes Röstdatum bei Supermarktkaffee ist ein negatives Qualitätssignal. Bei kaffee-eshop.de steht auf jeder Packung das Röstdatum.
Siehe auch: Resting · Ausgasung · Frisch geröstet
Frisch geröstet (Freshly Roasted)
Idealerweise innerhalb der letzten 2–6 Wochen geröstet. Danach beginnt die Oxidation: Aromen verflüchtigen sich, Öle werden ranzig.
Siehe auch: Röstdatum · Resting
Agtron (Agtron Scale)
Farbmessskala für den Röstgrad. Skala: 25 (extrem dunkel) bis 95 (extrem hell). Wird von Röstern zur Qualitätskontrolle eingesetzt.
Siehe auch: Röstgrad
Quaker
Unreife Bohne, die sich beim Rösten nicht bräunt. Schmeckt papierartig und getreidig. Wird bei Qualitätskontrollen aussortiert. Ein Defekt.
Siehe auch: Defekte · Röstfehler
Chaff (Röstspreu)
Die beim Rösten abblätternden Silberhäutchen. Werden durch Luftstrom aus der Rösttrommel entfernt.
Siehe auch: Silberhäutchen · Trommelröster
Röstfehler (Roast Defect)
Unerwünschte Veränderungen. Wichtigste: Tipping (verbrannte Spitzen), Scorching (verbrannte Oberfläche), Baked Coffee (flach, brotartig durch zu niedrige Temperatur).
Siehe auch: Tipping · Scorching · Quaker
Tipping
Verbrannte Stellen an Bohnenspitzen durch zu hohe Anfangstemperatur. Ergibt aschigen Beigeschmack.
Siehe auch: Röstfehler · Scorching
Scorching
Brandflecken auf der flachen Bohnenseite durch zu hohe Kontakttemperatur in der Trommel. Ergibt bitteren, verbrannten Beigeschmack.
Siehe auch: Röstfehler · Tipping
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4) Zubereitung & Brühmethoden
Espresso
Was ist Espresso? Zubereitungsmethode, bei der heißes Wasser (90–96 °C) unter hohem Druck (ca. 9 bar) in 25–30 Sekunden durch fein gemahlenen Kaffee (14–18 g) gepresst wird. Ergibt 25–35 ml konzentrierten Kaffee mit Crema.
Einfach erklärt: Espresso ist nicht einfach „starker Kaffee" – es ist eine eigene Zubereitungsmethode. Der hohe Druck extrahiert in kurzer Zeit Aromen, Öle und gelöste Stoffe, die bei keiner anderen Methode so konzentriert in die Tasse gelangen. Espresso ist die Basis für Cappuccino, Latte Macchiato, Flat White und viele weitere Getränke.
Worauf kommt es an? Die vier entscheidenden Variablen:
- Dosierung: 14–18 g Kaffeemehl (je nach Filterkorb)
- Mahlgrad: sehr fein – etwa wie feiner Sand
- Temperatur: 90–96 °C (dunklere Röstungen eher 88–92 °C)
- Durchlaufzeit: 25–30 Sekunden für ca. 30–36 ml Output
Häufige Fehler und Lösungen:
- Espresso läuft zu schnell (unter 20 Sek.): Mahlgrad feiner stellen. Geschmack: sauer, wässrig, dünne Crema.
- Espresso läuft zu langsam (über 35 Sek.): Mahlgrad gröber. Geschmack: bitter, verbrannt, überextrahiert.
- Espresso spritzt/fließt ungleichmäßig: Channeling. Lösung: WDT anwenden, gleichmäßiger tampen.
- Keine Crema: Bohnen zu alt (über 6 Wochen nach Röstdatum) oder Mahlgrad zu grob.
Entdecken Sie unsere Espresso-Kaffees und Kaffees für Siebträger.
Siehe auch: Ristretto · Lungo · Doppio · Crema · Siebträger · Mahlgrad
Ristretto
„Eingeschränkter" Espresso: gleiche Kaffeemenge, weniger Wasser (Ratio 1:1 bis 1:1,5). Kürzere Extraktionszeit (15–20 Sek.), feinerer Mahlgrad. Ergebnis: konzentrierter, süßer, weniger bitter. Basis für Flat White.
Lungo
Verlängerter Espresso (Ratio ca. 1:3 bis 1:4, ergibt 50–70 ml). Nicht zu verwechseln mit Americano (Espresso + nachträglich heißes Wasser).
Siehe auch: Espresso · Ristretto · Americano
Doppio (Double Shot)
Doppelter Espresso: 14–18 g Kaffeemehl, 30–60 ml Output. In der Specialty-Szene die Standardgröße. Basis für die meisten Milchgetränke.
Americano
Espresso mit heißem Wasser aufgegossen (typisch 1:3 bis 1:5). Nicht zu verwechseln mit Lungo oder Café Crème.
Filterkaffee (Drip Coffee)
Was ist Filterkaffee? Oberbegriff für alle Brühmethoden mit Filter (Papier, Stoff, Metall). Wasser fließt durch Schwerkraft durch das Kaffeebett.
Einfach erklärt: Im Gegensatz zum Espresso arbeitet Filterkaffee ohne Druck – das Wasser „tropft" durch den Kaffee. Das ergibt einen klareren, leichteren Kaffee mit mehr Nuancen und weniger Körper. Methoden wie Pour-Over, Chemex und Batch Brew gehören dazu.
Worauf kommt es an? Mahlgrad: mittel (wie Tafelsalz). Verhältnis: ca. 60 g Kaffee pro Liter Wasser (Golden Cup Standard: 55 g/L). Temperatur: 92–96 °C. Wasserqualität ist bei Filterkaffee besonders wichtig, da 98 % des Getränks aus Wasser bestehen.
Häufige Fehler: Zu kochendes Wasser (über 96 °C) = bitter. Zu grober Mahlgrad = wässrig und sauer. Kaffee auf der Warmhalteplatte stehen lassen = Geschmack wird schlecht. Besser: in eine Thermoskanne umfüllen.
Mehr dazu in unserem Artikel zum Filterkaffee kochen. Passende Bohnen: Filterkaffee-Bohnen.
Siehe auch: Pour-Over · Chemex · Melitta-Filter · Golden Cup · Brew Ratio
Pour-Over (Handfilter)
Was ist Pour-Over? Manuelle Filterkaffee-Methode: Wasser wird kontrolliert in Intervallen über das Kaffeemehl im Filter gegossen. Geräte: V60, Kalita Wave, Melitta, Origami.
Worauf kommt es an? Starten Sie immer mit dem Blooming (30–45 Sek. mit doppelter Kaffeemenge Wasser). Dann langsam in konzentrischen Kreisen gießen. Gesamte Brühzeit: 2,5–4 Minuten. Das Gießmuster beeinflusst die Extraktion direkt.
Häufige Fehler: Am Rand gießen (Wasser läuft am Kaffee vorbei = Bypass). Blooming überspringen (ungleichmäßige Extraktion). Zu schnell gießen (Wasser steht im Filter = Überextraktion).
Passende Bohnen: Pour-Over-Kaffees.
Siehe auch: V60 · Kalita Wave · Chemex · Blooming · Filterkaffee
French Press (Stempelkanne)
Was ist French Press? Immersions-Brühmethode: grob gemahlener Kaffee wird mit heißem Wasser übergossen (Ratio ca. 1:15), 4 Minuten gezogen und durch ein Metallsieb gedrückt.
Einfach erklärt: Die einfachste Methode für vollmundigen Kaffee. Der Metallfilter lässt Öle und Fines passieren – das gibt vollen Körper, aber weniger Klarheit als Papierfilter-Methoden.
Worauf kommt es an? Mahlgrad: grob wie Meersalz. Ziehzeit: exakt 4 Minuten. Danach sofort umfüllen, sonst extrahiert der Kaffee weiter und wird bitter.
Häufige Fehler: Zu feiner Mahlgrad (Kaffee wird bitter und der Stempel lässt sich kaum drücken). Kaffee in der Kanne stehen lassen (wird immer bitterer). Zu kurze Ziehzeit (unter 3 Min. = sauer und dünn).
Passende Bohnen: French-Press-Kaffees.
Siehe auch: Immersion · Mahlgrad · Body
Cold Brew (Kaltextraktion)
Was ist Cold Brew? Kaffeezubereitung mit kaltem oder Raumtemperatur-Wasser über 12–24 Stunden. Grober Mahlgrad, Verhältnis ca. 1:8.
Einfach erklärt: Statt heißem Wasser nutzt Cold Brew kaltes Wasser und Zeit. Das Ergebnis ist ein Konzentrat mit niedrigem Säuregehalt und natürlicher Süße, das kalt serviert oder 1:1 mit Wasser/Milch verdünnt wird. Perfekt für heiße Sommertage.
Häufige Fehler: Zu fein gemahlen (wird bitter trotz kaltem Wasser). Zu kurze Ziehzeit (unter 12 Stunden = wässrig). Cold Brew mit Iced Coffee verwechseln (Iced Coffee ist heiß gebrühter Kaffee auf Eis – schmeckt völlig anders).
Siehe auch: Cold Drip · Nitro Coffee · Immersion
Mahlgrad (Grind Size)
Was ist der Mahlgrad? Die Partikelgröße des gemahlenen Kaffees. Der Mahlgrad bestimmt die Kontaktfläche zwischen Kaffee und Wasser – und damit die Extraktionsrate.
Einfach erklärt: Je feiner der Mahlgrad, desto schneller wird der Kaffee extrahiert. Jede Brühmethode braucht ihren eigenen Mahlgrad:
- Extrafein (wie Puderzucker): Mokka/Cezve
- Fein (wie feiner Sand): Espresso
- Mittel (wie Tafelsalz): Filterkaffee, Aeropress
- Grob (wie Meersalz): French Press, Cold Brew
Häufige Fehler: Vorgemahlen kaufen statt frisch mahlen (Aroma verfliegt nach dem Mahlen innerhalb von Minuten). Falschen Mahlgrad für die Brühmethode verwenden. Schlagmahlwerk statt Scheibenmahlwerk verwenden (ungleichmäßige Partikelgröße).
Siehe auch: Fines · Burr Grinder · Hand Grinder · Extraktion
Hario V60
Kegelförmiger Pour-Over-Dripper mit spiralförmigen Rillen und großem Loch. Der 60°-Winkel ist namensgebend. De-facto-Standard in der Specialty-Szene. Ermöglicht volle Kontrolle über Gießtechnik und Extraktionszeit.
Siehe auch: Pour-Over · Kalita Wave · Chemex
Kalita Wave
Japanischer Flat-Bottom-Dripper mit drei Ablauflöchern und gewellten Filtern. Verzeiht Gießfehler besser als die V60. Ergebnis: gleichmäßiger, süßer Kaffee.
Chemex
Pour-Over-Karaffe (1941). Ikonisches Sanduhren-Design. Dicke Papierfilter halten mehr Öle und Fines zurück. Ergebnis: besonders klarer, sauberer Kaffee.
Aeropress
Manuelle Brühmethode (2005, Alan Adler). Kombination aus Immersion und Druck. Kurze Kontaktzeit (1–2 Min.), vielseitig. Beliebt bei Reisenden wegen Kompaktheit.
Siehe auch: French Press · Espresso
Cold Drip (Kyoto Style)
Tropfverfahren: eiskaltes Wasser tropft langsam (1 Tropfen/Sek.) über Stunden durch Kaffeemehl. Liefert ein besonders aromatisches Konzentrat. Nicht zu verwechseln mit Cold Brew (Immersion).
Siehe auch: Cold Brew · Nitro Coffee
Café Crème (Schümli)
Verlängerter Kaffee (ca. 120 ml), zubereitet mit Espressomaschine. Gesamtes Wasser wird durch das Kaffeemehl gepresst. Verbreitet in der Schweiz und Süddeutschland. Nicht zu verwechseln mit Americano.
Siehe auch: Espresso · Americano · Lungo
Ibrik (Cezve, Briki)
Traditionelles Kännchen für türkischen/griechischen Kaffee. Extrafein gemahlener Kaffee, Zucker und Wasser werden zusammen langsam erhitzt. UNESCO-Kulturerbe.
Siehe auch: Mahlgrad
Siphon (Vakuumbrüher)
Spektakuläre Brühmethode (19. Jh.): Wasser steigt durch Dampfdruck in den oberen Glasbehälter, extrahiert den Kaffee, sinkt beim Abkühlen zurück. Ergebnis: klarer, aromatischer Kaffee.
Siehe auch: Immersion · Filterkaffee
Batch Brew (Filterkaffeemaschine)
Automatische Filterkaffeezubereitung in größerer Menge (0,5–2 L). In Specialty-Cafés mit hochwertigen Maschinen (Moccamaster, Fetco).
Siehe auch: Filterkaffee · Golden Cup
Instant Coffee (Löslicher Kaffee)
Durch Sprüh- oder Gefriertrocknung zu wasserlöslichem Pulver verarbeiteter Kaffee. Neue Welle: Specialty Instant mit hochwertigerem Ausgangsmaterial.
Siehe auch: Filterkaffee
Nitrogen Coffee (Nitro Coffee)
Cold Brew mit Stickstoff infundiert. Cremige, samtige Textur mit Kaskaden-Effekt im Glas. Kein zusätzlicher Geschmack, nur verändertes Mundgefühl.
Siehe auch: Cold Brew · Cold Drip
Melitta-Filter
Von Melitta Bentz 1908 in Dresden erfunden. Revolutionierte die Kaffeezubereitung: sauberer, klarer Geschmack ohne Kaffeesatz in der Tasse. Grundlage aller modernen Filterkaffeemethoden.
Siehe auch: Filterkaffee · Pour-Over
Brew Ratio (Brühverhältnis)
Was ist das Brew Ratio? Gewichtsverhältnis von Kaffeemehl zu Wasser. SCA-Empfehlung für Filterkaffee: 1:18 (ca. 55 g pro Liter). Für Espresso typisch: 1:2 (z. B. 18 g → 36 g). Brew Ratios sind Ausgangspunkte – persönliche Präferenz entscheidet.
Häufige Fehler: Kaffee nach Volumen (Löffel) statt Gewicht (Gramm) dosieren. Da Mahlgrade und Röstgrade unterschiedliche Dichte haben, ist eine Küchenwaage unverzichtbar für reproduzierbare Ergebnisse.
Siehe auch: Golden Cup · Extraktion · Yield
Golden Cup Standard
SCA-Standard: 55 g Kaffee/L, 92–96 °C, TDS 1,15–1,35 %, Extraktion 18–22 %. Referenz, nicht Dogma.
Siehe auch: Brew Ratio · SCA
Brühtemperatur (Brewing Temperature)
Optimal: 92–96 °C. Zu heiß: Überextraktion, Bitterkeit. Zu kalt: Unterextraktion, wässrig. Dunkle Röstungen vertragen niedrigere Temperaturen (85–92 °C).
Siehe auch: Extraktion · PID
Blooming (Aufblühen)
Erstes Befeuchten des Kaffeemehls vor dem Aufguss. CO₂ entweicht, Kaffee quillt auf. Ergebnis: gleichmäßigere Extraktion. Standard bei Pour-Over.
Siehe auch: Pour-Over · Ausgasung · Preinfusion
Fines (Feinanteil)
Feiner Kaffeestaub beim Mahlen. Kann zu Bitterkeit und Filterverstopfung führen. Hochwertige Mühlen minimieren den Fines-Anteil.
Siehe auch: Mahlgrad · Burr Grinder
Tampen (Tamping)
Verdichten des Kaffeemehls im Siebträger mit einem Tamper. Ziel: ebene, gleichmäßige Oberfläche (ca. 15–20 kg Druck). Häufiger Fehler: schief tampen – erzeugt Channeling.
Siehe auch: Channeling · WDT · Puck
Channeling
Wasser sucht sich den Weg des geringsten Widerstands durch den Kaffeepuck. Resultat: ungleichmäßige Extraktion – teils sauer, teils bitter. Gegenmaßnahmen: WDT, korrektes Tampen, gleichmäßiger Mahlgrad, Puck Screen.
Siehe auch: Tampen · WDT · Bottomless Portafilter
WDT (Weiss Distribution Technique)
Nadel-Werkzeug kreisend durch das Kaffeemehl im Siebträger führen, um Klumpen aufzubrechen. Reduziert Channeling deutlich.
Siehe auch: Tampen · Channeling
Preinfusion (Vorbrühung)
Druckloses Befeuchten des Pucks vor der Espressoextraktion (1–5 Sek., ca. 2 bar). Ziel: gleichmäßige Sättigung, weniger Channeling. Verwandt mit Blooming bei Pour-Over.
Siehe auch: Blooming · Espresso
Puck (Kaffeepuck)
Kompakter Kuchen aus Kaffeemehl im Siebträger nach dem Tampen. Ein intakter, nicht matschiger Puck deutet auf korrekte Dosierung und Mahlgrad hin.
Siehe auch: Tampen · Puck Screen
Puck Screen
Dünnes Metallsieb auf dem Kaffeepuck. Verteilt Wasser gleichmäßig, reduziert Channeling, hält die Duschplatte sauber.
Siehe auch: Channeling · Puck
Bypasswasser
Wasser, das am Kaffeemehl vorbei in die Kanne gelangt. Verdünnt den Kaffee. Manche Maschinen nutzen Bypass gezielt zur Geschmackssteuerung.
Siehe auch: Filterkaffee · Extraktion
Perkolation
Brühprinzip: Wasser fließt durch Kaffeemehl (Pour-Over, Espresso). Gegenteil: Immersion. Ergibt klarere Tasse, definierte Aromen.
Siehe auch: Immersion
Infusion (Immersion)
Brühprinzip: Kaffeemehl vollständig im Wasser eingetaucht (French Press, Cupping, Cold Brew). Typisch: vollerer Körper.
Siehe auch: Perkolation
Einstellung (Dial In)
Anpassen von Mahlgrad, Dosierung und Extraktionszeit für den optimalen Espresso. Wird bei jeder neuen Bohne neu durchgeführt.
Siehe auch: Espresso · Mahlgrad
Extraktionszeit (Shot Time)
Dauer des Brühvorgangs. Espresso: 25–30 Sek. Pour-Over: 2,5–4 Min. French Press: 4 Min. Cold Brew: 12–24 Std.
Siehe auch: Mahlgrad · Brew Ratio
Aufbrühen (Brewing)
Vorgang, bei dem Wasser lösliche Bestandteile aus Kaffeemehl extrahiert. Schlüsselvariablen: Temperatur, Kontaktzeit, Mahlgrad, Verhältnis.
Siehe auch: Extraktion · Brew Ratio
Shot (Espresso-Shot)
Einzelne Espresso-Extraktion. Single: 7–9 g → 25–30 ml. Double: 14–18 g → 30–60 ml.
Latte
Caffè Latte: Espresso mit viel heißer Milch und dünner Schicht Mikroschaum (Verhältnis ca. 1:4 bis 1:5). In Italien bestellt man „Caffè latte" – nur „Latte" bringt ein Glas Milch.
Siehe auch: Cappuccino · Flat White
Wasserqualität (Water Quality)
Warum ist Wasserqualität wichtig? Kaffee besteht zu ca. 98 % aus Wasser. SCA-Empfehlung: 150 mg/L TDS, 40–75 mg/L Calciumhärte, pH 7,0. Zu weich: flache Extraktion. Zu hart: dumpfer Geschmack, Kalk.
Häufige Fehler: Destilliertes Wasser verwenden (zu weich, schadet der Maschine). Ungefiltertes Leitungswasser mit hohem Chlorgehalt (verändert den Geschmack). Tipp: Britta-Filter oder spezielles Kaffeewasser verbessern das Ergebnis deutlich.
Siehe auch: Extraktion · Brühtemperatur
Milchschaum (Microfoam)
Feinporiger, seidig-glänzender Schaum (60–65 °C) für Latte Art. Vollfettmilch schäumt stabiler als Magermilch.
Siehe auch: Steaming · Latte Art
Steaming (Milch aufschäumen)
Erhitzen mit Dampflanze. Stretching (Luft einziehen) → Spinning (Textur verfeinern). Ziel: 55–65 °C. Über 70 °C: Eiweiß denaturiert, Verbrühungsgeschmack.
Siehe auch: Milchschaum · Latte Art
Yield (Ausbeute)
Menge gebrühten Kaffees aus einer Eingangsmenge. Espresso: 18 g Input → 36 g Output = 1:2 Yield.
Siehe auch: Brew Ratio · Extraktion
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5) Sensorik & Geschmack
Säure (Acidity)
Was bedeutet Säure bei Kaffee? Positive Geschmackseigenschaft – nicht zu verwechseln mit „sauer/unangenehm". Beschreibt Lebendigkeit und Klarheit. Typen: zitrusartig, apfelartig, weinartig, phosphorsäureartig.
Einfach erklärt: Denken Sie an einen frischen grünen Apfel vs. einen ausgelaugten Tee. Die „helle" Frische des Apfels – das ist Säure im positiven Sinne. Kaffees aus hohen Lagen (Kenia, Äthiopien, Kolumbien) mit heller Röstung haben mehr davon.
Häufige Fehler: „Säure" mit „sauer" gleichsetzen. Saurer Kaffee entsteht durch Unterextraktion (zu grober Mahlgrad, zu kurze Kontaktzeit) – das ist ein Zubereitungsfehler, keine Eigenschaft guten Kaffees. Wer empfindlich auf Säure reagiert: säurearme Kaffees oder dunkle Röstungen wählen.
Siehe auch: Body · Süße · Röstgrad · Chlorogensäure
Body (Körper, Mundgefühl)
Taktile Wahrnehmung im Mund – von leicht/teeähnlich bis schwer/sirupig. French Press und Espresso liefern mehr Körper als Pour-Over (weil Metallfilter Öle passieren lässt).
Siehe auch: Säure · Mouthfeel · Kaffeeöle
Süße (Sweetness)
Basiert auf natürlichen Zuckern und Karamellisierung. Hochwertige Kaffees haben wahrnehmbare Süße ohne Zuckerzusatz. Zeichen für reife Kirschen und sorgfältige Aufbereitung.
Siehe auch: Säure · Honey Process
Crema
Was ist Crema? Goldbraune Schaumschicht auf frisch gebrühtem Espresso. Entsteht durch Emulgierung von CO₂ mit Kaffeeölen unter ca. 9 bar Druck.
Worauf kommt es an? Idealerweise haselnussbraun, feinporig, 2–3 mm dick. Zu hell/dünn: Unterextraktion (Mahlgrad zu grob, Bohnen zu alt). Zu dunkel: Überextraktion. Robusta-Anteil im Blend verstärkt die Crema deutlich.
Siehe auch: Espresso · Robusta · Röstdatum
Nachgeschmack (Aftertaste)
Aromen nach dem Schlucken. Hochwertige Kaffees: langer, angenehmer, sich wandelnder Nachgeschmack. Wichtiges Cupping-Kriterium.
Siehe auch: Cupping · SCA Score
Bright
Lebhafte, präsente Säure mit positiver Konnotation. Typisch für helle Röstungen aus Ostafrika.
Siehe auch: Säure
Clean Cup (Saubere Tasse)
Abwesenheit von Fehlgeschmacken. Positive Aromen scheinen klar durch. Voraussetzung für hohe Cupping-Scores.
Dry Aroma (Duft, Fragrance)
Geruch des trockenen, frisch gemahlenen Kaffees. Beim Cupping erster Bewertungsschritt.
Siehe auch: Wet Aroma · Cupping
Wet Aroma (Aroma)
Geruch des aufgebrühten Kaffees. Beim Cupping nach dem „Breaking" (Aufbrechen der Kruste) bewertet. Oft anders als das Dry Aroma.
Siehe auch: Dry Aroma · Cupping
Cupping (Kaffeeverkostung)
Was ist Cupping? Standardisiertes Verkostungsverfahren der SCA: 8,25 g Kaffee auf 150 ml Wasser (93 °C), grob gemahlen, 4 Min. Ziehzeit.
Einfach erklärt: Professionelle Kaffeeverkostung nach festen Regeln – damit Kaffees objektiv vergleichbar werden. Die zehn Bewertungskategorien: Duft/Aroma, Geschmack, Nachgeschmack, Säure, Körper, Balance, Süße, Sauberkeit, Gleichmäßigkeit und Gesamteindruck ergeben den SCA Score.
Siehe auch: SCA Score · Q-Grader · Flavor Wheel
Flavor Wheel (Geschmacksrad)
Grafisches SCA-Werkzeug: Grundkategorien innen (fruchtig, nussig, schokoladig…), spezifischere Deskriptoren außen. Standardreferenz für Cupping und Qualitätskommunikation.
Adstringenz
Trockenes, zusammenziehendes Mundgefühl (wie bei Rotwein). Oft Zeichen von Überextraktion. Verursacht durch Polyphenole und Tannine.
Siehe auch: Überextraktion · Body
Komplexität (Complexity)
Qualitätsmerkmal: je mehr unterscheidbare Aromen, desto komplexer. Hochlagenkaffees und helle Röstungen zeigen typischerweise mehr Komplexität.
Siehe auch: Cupping · Flavor Wheel
Mouthfeel (Mundgefühl)
Taktile Wahrnehmung unabhängig vom Geschmack: seidig, cremig, butterig, wässrig, sandig, ölig. Beeinflusst durch Brühmethode, Filter, Röstgrad und Kaffeeöle.
Umami
Fünfter Grundgeschmack. In Kaffee selten dominant, kann bei bestimmten Fermentations- und Röstprofilen auftauchen.
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6) Maschinen & Geräte
Siebträger (Portafilter)
Was ist ein Siebträger? Griff mit Filterkorb, der in die Brühgruppe einer Espressomaschine eingesetzt wird. Enthält ein Metallsieb für das Kaffeemehl.
Worauf kommt es an? Der Filterkorb bestimmt die Dosierung: Einzelkorb (7–9 g), Doppelkorb (14–18 g), Dreifachkorb (20–22 g). Ein bodenloser Siebträger ist das beste Diagnose-Werkzeug für die Espresso-Qualität.
Passende Bohnen: Kaffee für Siebträger.
Siehe auch: Bottomless Portafilter · Brühgruppe · Tampen
Bottomless Portafilter (Bodenloser Siebträger)
Siebträger ohne Auslauf. Sichtkontrolle: gleichmäßiger Fluss = korrekt, Spritzer = Channeling.
Siehe auch: Siebträger · Channeling
Brühgruppe (Brew Group)
Zentrale Einheit der Espressomaschine: Brühkopf, Siebträger/Brühkammer und Duschplatte. Material: Messing (temperaturstabil) oder Aluminium.
Siehe auch: Siebträger · PID
PID (PID-Regler)
Elektronische Temperatursteuerung (±1 °C). Standard bei hochwertigen Maschinen. Vorteil gegenüber mechanischen Thermostaten: programmierbare Zieltemperatur, höhere Konsistenz.
Siehe auch: Brühtemperatur · Brühgruppe
Vollautomat (Super-Automatic)
Was ist ein Vollautomat? Maschine, die auf Knopfdruck mahlt, tampt, brüht und ggf. Milch schäumt. Vorteile: Komfort und Konsistenz. Nachteile: weniger Kontrolle als Siebträger.
Worauf kommt es an? Gute Bohnen machen den Unterschied – auch im Vollautomaten. Frisch geröstete, hochwertige Bohnen liefern ein deutlich besseres Ergebnis als Supermarktkaffee. Regelmäßige Reinigung ist Pflicht.
Passende Bohnen: Kaffee für Vollautomaten. Lesen Sie auch unseren Ratgeber Beste Kaffeebohnen für Vollautomaten.
Siehe auch: Siebträger · Moka-Kanne · Mahlgrad
Moka-Kanne (Bialetti, Espressokocher)
Was ist eine Moka-Kanne? Stovetop-Brüher (1933, Alfonso Bialetti). Dampfdruck (ca. 1,5 bar) presst Wasser durch das Kaffeemehl. Kein echter Espresso (9 bar), aber kräftiger, intensiver Kaffee.
Häufige Fehler: Wasser vorheizen (verkürzt die Kontaktzeit auf der heißen Platte, verhindert Verbrennungsgeschmack). Nicht zu fest tampen – leicht angehäuft reicht. Kanne von der Hitzequelle nehmen, sobald der Kaffee zu gurgeln beginnt.
Entdecken Sie unsere Bialetti Espressokocher und passende Kaffees.
Siehe auch: Espresso · Mahlgrad
Burr Grinder (Scheibenmahlwerk)
Mühle mit zwei Mahlscheiben/-kegeln. Homogeneres Mahlgut als Schlagmahlwerke. Typen: Flachmahlwerk (gleichmäßig, mehr Hitze) und Kegelmahlwerk (weniger Hitze).
Siehe auch: Flat Burr · Hand Grinder · Mahlgrad
Flat Burr (Flachmahlwerk)
Zwei parallele Mahlscheiben. Gleichmäßige Partikelgrößen, weniger Fines. In vielen Profi-Mühlen eingesetzt.
Siehe auch: Burr Grinder · Retention
Hand Grinder (Handmühle)
Manuell, mit Kegelmahlwerk. Leise, portabel, keine Wärme. Hersteller: Comandante, 1Zpresso, Timemore. Handkaffeemühlen im Shop.
Siehe auch: Burr Grinder · Mahlgrad
Grinder Retention (Totraum)
Kaffeemehl, das im Mahlwerk zurückbleibt. Hochwertige Single-Dose-Mühlen: unter 0,5 g.
Siehe auch: Burr Grinder
Tamper (Kaffeestempel)
Werkzeug zum Tampen. Meist 58 mm Durchmesser. Varianten: flach, konvex, kalibriert (mit Feder).
Siehe auch: Tampen · Siebträger
Refraktometer (TDS-Meter)
Misst TDS im Kaffee. Zusammen mit Brew Ratio errechenbar: Extraktionsrate. Werkzeug für präzises Tuning.
Siehe auch: TDS · Extraktion
Demitasse (Espressotasse)
Kleine Tasse (60–90 ml). Dickwandiges Porzellan speichert Wärme. Vorwärmen empfohlen. Espresso-Tassen im Shop.
Siehe auch: Espresso
Trommelröster (Drum Roaster)
Rotierende Trommel über Hitzequelle. Röstzeit: 10–15 Min. Standard in der Specialty-Röstung. Hersteller: Probat, Giesen, Diedrich, Loring.
Siehe auch: Röstprofil · Probat
Probat
Deutscher Hersteller (1868, Emmerich am Rhein). Weltmarktführer für Trommelröster.
Siehe auch: Trommelröster · Loring
Loring
US-Hersteller mit rauchfreier Technologie. Beliebt wegen Energieeffizienz und computergesteuerter Reproduzierbarkeit.
Siehe auch: Trommelröster · Probat
Gaggia
Italienischer Hersteller (1947). Erfand die Federhebel-Brühgruppe: erstmals 9 bar Druck → erstmals Crema auf dem Espresso.
Drip Tray (Abtropfschale)
Schale unter der Brühgruppe. Regelmäßig leeren und reinigen.
Siehe auch: Brühgruppe
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7) Chemie & Inhaltsstoffe
Koffein (Caffeine)
Was ist Koffein? Alkaloid mit stimulierender Wirkung. Arabica: ca. 1,2 %, Robusta: ca. 2,2 %. Eine Tasse Filterkaffee (200 ml): ca. 80–120 mg. Ein Espresso (25 ml): ca. 50–70 mg.
Häufige Fehler: „Espresso hat mehr Koffein als Filterkaffee" – stimmt pro ml, aber nicht pro Tasse. Eine große Tasse Filterkaffee enthält mehr Koffein als ein Espresso. Und: dunkle Röstungen haben NICHT mehr Koffein – Koffein ist hitzestabil.
Siehe auch: Entkoffeinierung · Arabica · Robusta
Extraktion (Extraction)
Was ist Extraktion? Der Prozess, bei dem Wasser lösliche Stoffe aus dem Kaffeemehl löst. Idealbereich: 18–22 % (gemessen als TDS).
Einfach erklärt: Nicht alles in der Kaffeebohne ist löslich – nur ca. 30 %. Davon wollen wir 18–22 % lösen. Weniger = unterextrahiert (sauer, dünn). Mehr = überextrahiert (bitter, adstringent). Die drei Hebel: Mahlgrad, Temperatur, Kontaktzeit.
Siehe auch: Überextraktion · Unterextraktion · TDS
Überextraktion (Overextraction)
Über 22 % Extraktion. Geschmack: bitter, adstringent, hohl. Ursachen: zu feiner Mahlgrad, zu lange Kontaktzeit, zu hohe Temperatur.
Siehe auch: Unterextraktion · Extraktion
Unterextraktion (Underextraction)
Unter 18 %. Geschmack: sauer, salzig, wässrig, grasig. Ursachen: zu grober Mahlgrad, zu kurze Zeit, zu niedrige Temperatur.
Siehe auch: Überextraktion · Extraktion
Total Dissolved Solids (TDS)
Konzentration gelöster Stoffe im Kaffee. Ideal: 1,15–1,35 % für Filter, 8–12 % für Espresso. Gemessen mit Refraktometer.
Siehe auch: Extraktion · Refraktometer
Chlorogensäure (CGA)
Hauptsächliche phenolische Verbindung im Rohkaffee (6–12 %). Antioxidativ wirksam. Wird beim Rösten abgebaut – darum sind dunkle Röstungen magenfreundlicher. Helle Röstungen enthalten mehr. Mehr zum Thema gesunder Kaffee.
Siehe auch: Antioxidantien · Säure · Röstgrad
Antioxidantien
Kaffee enthält v. a. Chlorogensäure und Melanoidine. Filterkaffee liefert pro Tasse mehr Antioxidantien als die meisten Obst- und Gemüsesorten.
Siehe auch: Chlorogensäure
Kaffeeöle (Coffee Oils)
Lipide (12–18 % im Rohkaffee). Tragen zu Körper und Mundgefühl bei. Metallfilter (French Press) lassen Öle passieren. Papierfilter absorbieren sie.
Entkoffeinierung (Decaffeination)
Was ist Entkoffeinierung? Entfernung von Koffein aus Rohkaffee. Methoden: Swiss Water Process (chemikalienfrei), CO₂-Verfahren (schonend), Lösungsmittelverfahren (Ethylacetat). Reduktion auf unter 0,1 %.
Entdecken Sie unsere entkoffeinierten Kaffees.
Siehe auch: Swiss Water Process · CO₂-Verfahren · Ethylacetat
Swiss Water Process (SWP)
Chemiefreies Verfahren: Rohkaffee in koffeinfrei gesättigtem Wasser eingeweicht. Koffein wandert ins Wasser, Aromen bleiben. Reduktion: 99,9 %.
Siehe auch: Entkoffeinierung · Green Coffee Extract
CO₂-Verfahren
Überkritisches CO₂ als selektives Lösungsmittel für Koffein. Schont Aromen besser als Lösungsmittelverfahren. Chemikalienfrei.
Siehe auch: Entkoffeinierung · SWP
Ethylacetat (EA Decaf)
Natürliches Lösungsmittel (aus Zuckerrohr). „Natürlich entkoffeiniert". Rückstände unbedenklich.
Siehe auch: Entkoffeinierung
Green Coffee Extract (GCE)
Beim Swiss Water Process verwendete Lösung: aromatisch gesättigt, nur Koffein wird gelöst.
Siehe auch: SWP · Entkoffeinierung
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8) Handel & Zertifizierungen
Specialty Coffee (Spezialitätenkaffee)
Was ist Specialty Coffee? Kaffee, der im Cupping-Protokoll der SCA mindestens 80 von 100 Punkten erreicht.
Einfach erklärt: So wie es bei Wein Tafelwein und Spitzenlagen gibt, unterscheidet man bei Kaffee zwischen Commodity (Massenware) und Specialty (Spezialitäten). Ab 80 Punkten: Specialty. Ab 85: Excellent. Ab 90: Outstanding. Erfordert hochwertige Rohware, sorgfältige Aufbereitung und fachgerechte Röstung.
Siehe auch: SCA · SCA Score · Q-Grader · Commodity Coffee
SCA (Specialty Coffee Association)
Globaler Branchenverband. Standards für Cupping, Brewing (Golden Cup), Grüne-Bohnen-Klassifizierung und Barista-Zertifizierungen.
Siehe auch: Specialty Coffee · SCA Score
SCA Score (Cupping Score)
100-Punkte-Skala: 10 Kategorien à max. 10 Punkte. Bewertet von Q-Gradern.
Siehe auch: Cupping · Specialty Coffee
Q-Grader (Licensed Q Grader)
CQI-zertifizierter Kaffeesensoriker. 22 Tests. Befugt, Kaffee als Specialty zu klassifizieren. Erneuerung alle 3 Jahre.
Siehe auch: Cupping · SCA Score
Single Origin (Einzelherkunft)
Was ist Single Origin? Kaffee aus einer einzigen Herkunft – Land, Region oder Farm. Ermöglicht Rückverfolgbarkeit und zeigt reinen Herkunftscharakter. Gegenteil: Blend.
Worauf kommt es an? „Single Origin" sagt nichts über Qualität – ein ganzes Land ist auch Single Origin. Je spezifischer (Region → Kooperative → Farm → Parzelle), desto aussagekräftiger. Estate Coffee und Micro Lot sind die präzisesten Angaben.
Siehe auch: Blend · Estate Coffee · Micro Lot · Terroir
Blend (Mischung)
Kombination verschiedener Bohnen für ausgewogenes, reproduzierbares Profil. Gegenteil: Single Origin. Viele der besten Espressi sind Blends.
Siehe auch: Single Origin · Robusta
Micro Lot (Mikrolot)
Kleine, separat verarbeitete Partie. Wenige Dutzend bis hunderte Kilo. Einzigartige Geschmacksprofile. Specialty-Highlight.
Siehe auch: Single Origin · Estate · Micro Mill
Estate Coffee (Plantagenkaffee)
Von einer einzelnen Farm. Hohe Rückverfolgbarkeit. Farmname auf der Verpackung.
Siehe auch: Single Origin · Micro Lot
Grüner Kaffee (Rohkaffee, Green Bean)
Ungeröstete Bohnen. Haltbar über Monate. Gehandelt in 60-kg-Jutesäcken oder GrainPro-Beuteln.
Siehe auch: Röstdatum · Defekte
Defekte (Defects)
Qualitätsmängel in Rohkaffee. Specialty erlaubt max. 0 primäre und max. 5 sekundäre Defekte pro 350 g.
Siehe auch: Quaker · Specialty Coffee
Screen Size (Siebgröße)
Bohnengrößenklassifikation in 1/64 Zoll. AA (Screen 17–18) und AB (Screen 15–16) sind ostafrikanische Klassen.
Siehe auch: Defekte · Dry Mill
C-Markt (C Market)
Globaler Referenzpreis für Arabica an der ICE New York. Specialty wird mit Aufschlag (Differential) darüber gehandelt.
Siehe auch: Commodity Coffee · Direct Trade
Cup of Excellence (CoE)
Jährlicher Kaffeewettbewerb. Gewinner werden online versteigert und erzielen Vielfache des Marktpreises.
Siehe auch: Specialty Coffee · SCA Score
Direct Trade (Direkthandel)
Ohne Zwischenhändler. Höhere Preise für Produzenten, volle Transparenz. Kein standardisiertes Zertifizierungssystem.
Siehe auch: Fair Trade · Specialty Coffee
Fair Trade (Fairtrade)
Zertifizierung mit Mindestpreisen und Sozialprämie. Fairtrade-Kaffees bei uns.
Siehe auch: Direct Trade · Bio · Rainforest Alliance
Organic (Bio)
Ohne synthetische Pestizide/Dünger, keine GMOs. EU-Bio-Logo. Bio-Kaffees bei uns.
Siehe auch: Fair Trade · Shade Grown
Rainforest Alliance
Nachhaltigkeitszertifizierung (seit 2018 fusioniert mit Utz). Grüner Frosch als Siegel. Fokus auf Biodiversität und Klimaschutz.
Siehe auch: Fair Trade · Bird Friendly
Bird Friendly (vogelfreundlich)
Smithsonian-Zertifizierung: Bio + Schattenanbau mit strengen Baumkriterien. Eine der strengsten Zertifizierungen.
Siehe auch: Shade Grown · Bio
Commodity Coffee (Handelskaffee)
Massenware ohne Qualitätsauszeichnung. Gegenteil: Specialty Coffee. Großteil des Weltkaffeekonsums.
Siehe auch: Specialty Coffee · C-Markt
Deckelverschluss (Degassing Valve)
Einwegventil in Kaffeetüten: CO₂ raus, kein Sauerstoff rein. Schützt Aroma frisch gerösteter Bohnen.
Siehe auch: Ausgasung · Röstdatum
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9) Kaffeekultur & Getränke
Barista
Fachperson für Espresso-Zubereitung. Kompetenz: Sensorik, Mahltechnik, Milchschäumen, Latte Art. Italienisch: „Barkeeper".
Siehe auch: Latte Art · Espresso
Cappuccino
Was ist ein Cappuccino? Klassisch zu gleichen Teilen: 1/3 Espresso, 1/3 heiße Milch, 1/3 Milchschaum. In Italien nur morgens. Die braune Farbe erinnert an die Kutte der Kapuzinermönche.
Häufige Fehler: Cappuccino nach 11 Uhr in Italien bestellen – ein sofort erkennbarer Tourist. Zu heißes Aufschäumen (über 70 °C) zerstört die Milchsüße und den Geschmack.
Passende Cappuccino-Tassen.
Siehe auch: Flat White · Latte Macchiato · Espresso Macchiato
Espresso Macchiato
Espresso, „befleckt" mit kleinem Klecks Milchschaum. Nicht zu verwechseln mit Latte Macchiato.
Siehe auch: Cappuccino · Cortado
Latte Macchiato
Geschichtetes Getränk: Milch, Espresso, Schaum. Sichtbare Schichten im Glas. „Befleckte Milch".
Siehe auch: Cappuccino · Espresso Macchiato
Flat White
Was ist ein Flat White? Aus Australien/Neuseeland (1980er). Doppelter Ristretto mit samtiger Mikroschaum-Milch (weniger Schaum als Cappuccino). Betont den Kaffeegeschmack stärker.
Siehe auch: Cappuccino · Ristretto · Latte Art
Cortado
Spanisch: Espresso mit wenig warmer Milch (1:1 bis 1:2). „Geschnitten" – die Milch schneidet die Säure.
Siehe auch: Espresso Macchiato · Flat White
Affogato
Italienisches Dessert: Vanilleeis mit Espresso übergossen. Wörtlich: „ertrunken". Varianten mit Amaretto.
Siehe auch: Espresso
Mokka (Moka, Mocha)
Drei Bedeutungen: (1) Herdkanne; (2) Historischer Handelshafen in Jemen; (3) Getränk aus Espresso, Schokolade und Milch.
Siehe auch: Moka-Kanne
Cascara (Kaffeekirschentee)
Getrocknete Schalen der Kaffeekirsche, als Tee aufgebrüht. Fruchtig-süß, enthält Koffein. In Jemen als Qishr traditionell seit Jahrhunderten.
Siehe auch: Kaffeekirsche · Qishr
Latte Art
Was ist Latte Art? Technik, bei der durch gezieltes Eingießen von Mikroschaum-Milch Muster auf dem Espresso entstehen. Grundmuster: Herz, Rosetta (Farnblatt), Tulpe.
Worauf kommt es an? Zwei Voraussetzungen: (1) Korrekt geschäumte Milch (60–65 °C, seidig-glänzend, keine großen Blasen). (2) Eine gute Crema als „Leinwand" – ohne Crema funktioniert Latte Art nicht.
Siehe auch: Milchschaum · Steaming · Crema · Barista
Third Wave (Dritte Kaffeewelle)
Seit ca. 2000: Kaffee als Genussprodukt wie Wein. Fokus: Herkunft, helle Röstung, manuelle Brühmethoden, Direct Trade. Erste Welle: Massenkonsum. Zweite: Espresso-Kultur (Starbucks). Dritte: Specialty Coffee.
Siehe auch: Specialty Coffee · Single Origin
Kaffeesatz (Spent Grounds)
Verbrauchtes Kaffeemehl. Nutzbar als: Dünger (stickstoffreich), Geruchsneutralisierer, Körperpeeling, Schneckenabwehr.
Siehe auch: Extraktion
Caffè Corretto
Espresso, „korrigiert" mit Grappa, Sambuca oder Brandy. In Italien nach dem Essen verbreitet.
Siehe auch: Espresso
Marocchino
Italienisch: Espresso, Kakaopulver und Milchschaum im kleinen Glas. Besonders im Piemont verbreitet.
Siehe auch: Cappuccino · Mokka
Kaffeehaus
Gastronomische Einrichtung mit langer europäischer Tradition. Erstes in Europa: Venedig, 1645. Wiener Kaffeehauskultur: seit 2011 UNESCO-Kulturerbe.
Siehe auch: Barista · Third Wave
Espresso Italiano
Qualitätszertifizierung des INEI: 7 g ± 0,5 g Kaffee, 88 °C ± 2 °C, 9 bar ± 1, 25 Sek. ± 5, 25 ml ± 2,5 ml. Italienische Kaffees bei uns.
Fika
Schwedische Kaffeepausen-Tradition. Festes soziales Ritual mit Zimtschnecke. Schweden hat einen der höchsten Pro-Kopf-Kaffeeverbräuche weltweit.
Siehe auch: Kaffeehaus
Qishr
Jemenitisches Heißgetränk aus Kaffeekirschenschalen, Ingwer und Gewürzen. Gilt als Vorläufer des modernen Kaffees.
Siehe auch: Cascara
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Alle Begriffe von A bis Z
A
Adstringenz · Aeropress · Affogato · Ageing (Kaffee-Alterung, Monsooning) · Agtron (Agtron Scale) · Americano · Anaerobe Fermentation · Anbauregion (Origin, Terroir) · Antioxidantien · Arabica (Coffea arabica) · Aufbereitung (Processing) · Aufbrühen (Brewing) · Ausgasung (Degassing)
B
Barista · Batch Brew (Filterkaffeemaschine) · Bird Friendly (vogelfreundlich) · Blend (Mischung) · Blooming (Aufblühen) · Body (Körper, Mundgefühl) · Bohne (Coffee Bean) · Bottomless Portafilter (Bodenloser Siebträger) · Bourbon · Brew Ratio (Brühverhältnis) · Bright · Brühgruppe (Brew Group) · Brühtemperatur (Brewing Temperature) · Burr Grinder (Scheibenmahlwerk) · Bypasswasser
C
C-Markt (C Market) · Caffè Corretto · Café Crème (Schümli) · Cappuccino · Cascara (Kaffeekirschentee) · Castillo · Catimor · Catuaí · Caturra · Chaff (Röstspreu) · Channeling · Chemex · Chlorogensäure (CGA) · Clean Cup (Saubere Tasse) · Cold Brew (Kaltextraktion) · Cold Drip (Kyoto Style) · Commodity Coffee (Handelskaffee) · Cortado · CO₂-Verfahren · Crema · Cup of Excellence (CoE) · Cupping (Kaffeeverkostung)
D
Dark Roast (Dunkle Röstung) · Deckelverschluss (Degassing Valve) · Defekte (Defects) · Demitasse (Espressotasse) · Development Time Ratio (DTR) · Direct Trade (Direkthandel) · Doppio (Double Shot) · Drip Tray (Abtropfschale) · Dry Aroma (Duft, Fragrance) · Dry Mill (Trockenmühle)
E
Einstellung (Dial In) · Entkoffeinierung (Decaffeination) · Ernte (Harvest) · Espresso · Espresso Italiano · Espresso Macchiato · Estate Coffee (Plantagenkaffee) · Ethylacetat (EA Decaf) · Extraktion (Extraction) · Extraktionszeit (Shot Time)
F
Fair Trade (Fairtrade) · Fermentation · Fika · Filterkaffee (Drip Coffee) · Fines (Feinanteil) · First Crack (Erster Crack) · Flat Burr (Flachmahlwerk) · Flat White · Flavor Wheel (Geschmacksrad) · French Press (Stempelkanne) · Frisch geröstet (Freshly Roasted) · Fruchtfleisch (Pulp, Cherry)
G
Gaggia · Geisha (Gesha) · Golden Cup Standard · Green Coffee Extract (GCE) · Grinder Retention (Totraum) · Grüner Kaffee (Rohkaffee, Green Bean)
H
Hand Grinder (Handmühle) · Hario V60 · Honey Process (Pulped Natural) · Hulling (Schälen) · Höhenlage (Altitude, masl)
I
Ibrik (Cezve, Briki) · Infusion (Immersion) · Instant Coffee (Löslicher Kaffee)
K
Kaffeeblüte (Coffee Blossom) · Kaffeegürtel (Coffee Belt, Bean Belt) · Kaffeehaus · Kaffeekirsche (Coffee Cherry) · Kaffeerost (Roya, Hemileia vastatrix) · Kaffeesatz (Spent Grounds) · Kaffeeöle (Coffee Oils) · Kalita Wave · Koffein (Caffeine) · Komplexität (Complexity)
L
Latte · Latte Art · Latte Macchiato · Liberica (Coffea liberica) · Light Roast (Helle Röstung) · Loring · Lungo
M
Mahlgrad (Grind Size) · Maillard Phase · Maillard-Reaktion · Maragogype · Marocchino · Medium Roast (Mittlere Röstung) · Melitta-Filter · Micro Lot (Mikrolot) · Micro Mill (Mikro-Aufbereitungsanlage) · Milchschaum (Microfoam) · Moka-Kanne (Bialetti, Espressokocher) · Mokka (Moka, Mocha) · Mouthfeel (Mundgefühl) · Mucilage (Fruchtschleim) · Mundo Novo
N
Nachgeschmack (Aftertaste) · Natural Process (Trockene Aufbereitung) · Nitrogen Coffee (Nitro Coffee)
O
P
Pacamara · Parchment (Pergamenthaut) · Peaberry (Caracolito, Perlbohne) · Perkolation · PID (PID-Regler) · Pour-Over (Handfilter) · Preinfusion (Vorbrühung) · Probat · Puck (Kaffeepuck) · Puck Screen
Q
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R
Rainforest Alliance · Rate of Rise (RoR) · Refraktometer (TDS-Meter) · Resting (Ruhezeit) · Ristretto · Robusta (Coffea canephora) · Röstdatum (Roast Date) · Röstfehler (Roast Defect) · Röstgrad (Roast Level) · Röstprofil (Röstkurve) · Röstzeit (Development Time)
S
Sarchimor · SCA (Specialty Coffee Association) · SCA Score (Cupping Score) · Scorching · Screen Size (Siebgröße) · Second Crack (Zweiter Crack) · Shade Grown (Schattenanbau) · Shot (Espresso-Shot) · Siebträger (Portafilter) · Silberhäutchen (Silver Skin, Chaff) · Single Origin (Einzelherkunft) · Siphon (Vakuumbrüher) · SL28 · SL34 · Specialty Coffee (Spezialitätenkaffee) · Steaming (Milch aufschäumen) · Stripping (Strip Picking) · Swiss Water Process (SWP) · Säure (Acidity) · Süße (Sweetness)
T
Tampen (Tamping) · Tamper (Kaffeestempel) · Terroir · Third Wave (Dritte Kaffeewelle) · Timor Hybrid (Hibrido de Timor) · Tipping · Total Dissolved Solids (TDS) · Trommelröster (Drum Roaster) · Turning Point · Typica
U
Umami · Unterextraktion (Underextraction) · Überextraktion (Overextraction)
V
Varietät (Variety, Cultivar) · Vollautomat (Super-Automatic)
W
Washed Process (Gewaschene Aufbereitung) · Wasserqualität (Water Quality) · WDT (Weiss Distribution Technique) · Wet Aroma (Aroma) · Wet Hulling (Giling Basah) · Wet Mill (Nassmühle, Washing Station)
Y
Yellow Bourbon (Bourbon Amarelo) · Yield (Ausbeute)
Z
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